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21:45 11.12.2013
Von Lars Ruzic
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Ja, sie mehren sich, die Mahner. Es sind längst nicht mehr nur Wissenschaftler oder Verbandsfunktionäre, die von der Politik eine aktivere Standortpolitik einfordern. Es sind die Leute an der Basis – die Geschäftsführer, Betriebsräte, Gewerkschafter. Man kann das als übernervöses Getöse abtun, als durchsichtige Strategie, mehr Fördergeld einzustreichen. Man würde einen Fehler begehen.

Dass es Deutschland gut geht, ist nicht die Frage. Das Land ist besser durch die Krisen gekommen als die meisten anderen, nie war die Beschäftigung so hoch wie heute. Auf den Status quo allerdings kann sich in der Wirtschaft niemand etwas einbilden. Ihn in den kommenden Jahren zu halten – das wird die echte Herausforderung. Die Grundlagen dafür müssen jetzt gelegt werden.

Als Exportnation muss sich Deutschland weit mehr mit der globalen Konkurrenz befassen als manch anderer Staat. All zu lange hat die Politik in Berlin sich dabei vor allem mit den kränkelnden Südeuropäern beschäftigt. Im Vergleich dazu sieht man natürlich gut aus. Aber: In diesen Ländern gibt es gewaltigen Reformdruck, er wird sie am Ende wettbewerbsfähiger machen. Schon heute fallen die Reallöhne in den meisten anderen EU-Ländern, in Deutschland steigen sie.

Doch die wahren Konkurrenten sitzen anderswo: in China, Korea, den USA – aufstrebende und wiedererstarkte Industrienationen, mit denen Deutschland nur mithalten kann, wenn es innovativer ist. Es gibt Zukunftsfelder, die kann Deutschland für sich besetzen: alternative Energien, Internet der Dinge, Zukunft der Mobilität. Dazu gehört aber auch ein mitdenkender Staat, der nicht nur fördert, sondern Know-how-Austausch und Zusammenarbeit vorantreibt. Eine konzertierte Aktion für Innovationen wäre da keine schlechte Idee.

Lars Ruzic

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