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Meinung Stefan Winter zur Frauenquote
Nachrichten Meinung Stefan Winter zur Frauenquote
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21:19 21.09.2012
Von Stefan Winter
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Das ist heute schon so und gilt in Zukunft umso mehr, denn egal, ob die von der Bundesratsmehrheit geforderte Frauenquote letztlich Gesetz wird oder nicht: Der Trend ist unumkehrbar, der Sinneswandel zumindest in den großen Unternehmen längst im Gange.

Dafür brauchte es allerdings tatsächlich die Drohung mit der Quote und ernste Gespräche der Konzernchefs im Kanzleramt. So haben es sich die Unternehmen selbst zuzuschreiben, wenn jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht wird, das zwar viel guten Willen, aber auch ein sehr fragwürdiges Verständnis von Unternehmertum zeigt. Sollte es den Bundestag passieren, darf man auf Verfassungsklagen gespannt sein. Es ist ein Unterschied, ob man Diskriminierung im beruflichen Umfeld verbietet, was längst geschehen ist, oder ob man feste Quoten vorschreibt. Es geht in dem Gesetzentwurf um Funktionen, die nur eins verlangen: Qualifikation. Dass die – so oder so – nicht mit dem Geschlecht verbunden ist, lässt sich schon heute in vielen Gremien beobachten.

Viel wichtiger ist die Mischung in den Führungsetagen – nicht nur zwischen Frauen und Männern, sondern auch zwischen Nationalitäten, Altersgruppen, sozialer Herkunft, Ausbildungsgängen und Temperamenten. Wer Produkte für die ganze Welt liefern will, muss sie in all ihrer Vielfalt verstehen. Das ist das Motiv, mit dem sich Großunternehmen längst für alle Talente öffnen.

Matthias Koch 21.09.2012
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