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07:12 06.02.2014
Von Jens Heitmann
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Der Siegeszug der industriellen Revolution verlief entlang der Kohlegruben. Ohne den Zugang zur Energie aus dem Untergrund wären weder die Wirtschaftszentren in England noch an Rhein und Ruhr so schnell vorangekommen. Damit Fabriken auch in anderen Landesteilen entstehen konnten, war auch schon vor der Erfindung der Elektrizität ein Netzwerk nötig – aus Kanälen und Eisenbahnlinien. Dagegen gab es damals selten Proteste: Schließlich wiesen beide den Weg zu mehr Wohlstand.

Der Zusammenhang zwischen dem Zugang zu günstiger Energie und wirtschaftlicher Prosperität ist heute sogar noch enger als früher, gleichwohl hat sich die Stimmung bei den Bürgern gedreht. Die Verbraucher fordern möglichst niedrige Strompreise ein, die wenigsten aber möchten mit der Produktion oder der Verteilung der Energie belästigt werden. Das zeigen die vielen Einsprüche gegen jene neuen Stromtrassen, die der Atomausstieg nach sich zieht, der wiederum von einer breiten Mehrheit begrüßt wird.

Ohne die geplanten Hochspannungsleitungen aber wird die gewünschte Energiewende nicht gelingen. Wer Kernkraftwerke (Sicherheit, Müll) und Kohlemeiler (Klimaschutz) nicht will, muss dem Windstrom aus dem dünn besiedelten Norden einen Weg in die Ballungszentren im Westen und Süden bahnen. Denn nur an und vor der Küste weht der Wind so kräftig, dass er verlässlich zur Verfügung steht und damit die Grundlast abdecken kann. Möglicherweise müssen nicht mehr alle Projekte aus dem Bundesnetzplan umgesetzt werden, wenn die Bundesregierung den Ausbau der Öko-Energien bremst. Die Tennet-Trasse aber wird gebraucht – die Alternative wären hoch subventionierte Gaskraftwerke in Bayern und Baden-Württemberg.

 Jens Heitmann

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