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Meinung Ein gemeinsamer Feind
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02:15 18.11.2015
Blumen werden an einem der Tatorte in Paris gelegt. Quelle: dpa
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In Paris wurden wahllos wehrlose Menschen niedergemäht. Aus Sicht des IS waren sie schon dadurch nichtswürdig, dass sie, wie es im Bekennerschreiben heißt, „in der Hauptstadt der Unzucht und des Lasters“ so lebten, wie Islamisten es nun mal nicht wollen: Sie gingen ins Rockkonzert, ins Café, zum Fußball.

In rechten Kreisen wiederum wird der Terror oft missgedeutet als Folge offener Grenzen. Doch von der einen oder anderen Möglichkeit des Grenzübertritts für die Kämpfer macht keine Terrororganisation ihren Terror abhängig. Am 11. September 2001 verzichteten radikale Moslems auf alle Einreiseformalitäten und ließen einfach Jets in Wolkenkratzer fliegen.

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Abschottungsversuche stoppen den Terror nicht. Man darf aber auch nicht die Krokodile füttern in der Hoffnung, als Letzter gefressen zu werden.

Wer den Terror bekämpfen will, braucht ein intelligentes Zusammenrücken aller Gutwilligen über nationale, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg – und ein entschlossenes Vorgehen gegen den gemeinsamen Feind.

Der IS ist der Feind von Europäern und Amerikanern. Der IS ist auch der Feind der Russen, die jüngst beim Absturz eines Ferienfliegers über dem Sinai 224 Todesopfer zu beklagen hatten. Und der IS ist der Feind von Millionen friedfertiger Moslems, die aus Syrien und dem Irak geflohen sind.

Aus dieser Vielzahl von Bedrohten und Betroffenen muss nun ein Bündnis geformt werden, das den IS bekämpft, wo immer er sich zu erkennen gibt – ohne dass weitere Anschläge abgewartet werden. Der IS hat oft genug dem Rest der Welt den Krieg erklärt. Nun muss er damit leben, dass der Rest der Welt sich gegen ihn wendet.

Die jüngste Syrien-Konferenz brachte neue Annäherungen zwischen USA und Moskau. Das ist keine gute Nachricht für den IS. Auch in Deutschland brauchen wir einen neuen Konsens: Wer Fluchtursachen bekämpfen will, muss den IS bekämpfen. Wunderbar wäre es, syrischen Flüchtlingen eine neue Perspektive geben zu können: dass sie eines Tages zurückkehren in ein freies Syrien, dort als gebildete neue Führungsschicht wirken und ihre Kinder dann aus eigener Erfahrung unterrichten können über Weltoffenheit, Toleranz und Menschlichkeit.

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