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Meinung Theorie und Praxis
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22:27 18.10.2013
Von Jens Heitmann
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Die TUI versteht sich als integrierter Touristikkonzern, der alle Dienstleistungen rund um die Reise aus einer Hand anbietet – von der Buchung über den Flug bis zum Hotel. Alle Glieder dieser Wertschöpfungskette sollen so ineinandergreifen, dass am Ende alle Einheiten gleichermaßen von der schnörkellosen Effizienz der Abläufe profitieren. So weit die Theorie. In der Praxis aber dominiert den Arbeitsalltag bei der TUI eine banale Frage: Wer steuert wen?

Auch in einem nach außen hin gleichgeschalteten Gebilde gibt es unterschiedliche Interessen. Der Veranstalter möchte möglichst viel aus seinem Katalog verkaufen, die Reisebüros hingegen sind in erster Linie an hohen Provisionen interessiert, die auch Wettbewerber wie Neckermann oder Alltours zahlen. Dazwischen hängt die Fluggesellschaft, die nur mit vollen Maschinen Geld verdient.

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Solche unterschiedlichen Anreize können kuriose Folgen haben. Es soll vorgekommen sein, dass TUI-Reisebüros vermehrt bei konzernfremden Konkurrenten gebucht haben, um sich vergleichsweise kleine Boni zu sichern – obwohl bei der Airline TUIfly ein Auslastungsrisiko in Millionenhöhe bestand. Diese Fehlanreize möchte die Führung von TUI Deutschland mit der neuen Unternehmensstruktur im Ansatz ausschließen. In der Theorie klingt das wieder einmal nicht schlecht. Der Alltagstest steht noch aus.

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