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21:10 26.07.2013
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Gut drei Wochen ist die selbst ernannte „Zweite Revolution“ in Ägypten nun alt. Und schon spielt Politik keine Rolle mehr, grassiert primitive Siegerjustiz und greifen die neuen Herren autoritärer durch, als es Mohammed Mursi je konnte. Den Machtkampf mit den Muslimbrüdern hat das Militär nun allein in die Hand genommen, derweil sich die alte Mubarak-Elite zufrieden zurücklehnt und genüsslich der Rebellenbewegung „Tamarod“ zuprostet. Sie setzt darauf, dass ihre alte Welt bald wieder in Ordnung kommt.

Die Polizei jedenfalls ist erstmals seit dem Sturz von Langzeit-Pharao Hosni Mubarak wieder vollzählig und blütenweiß gekleidet auf den Straßen präsent. Mit ihnen sind auch die Geheimdienstfiguren wieder aufgetaucht. Sie halfen zunächst beim Unterschriftensammeln gegen Mursi und warten nun auf den Befehl neuer nächtlicher Verhaftungsrazzien.

Die nationale Versöhnungsrhetorik der von General Abdel Fattah al-Sisi an die Macht gehievten Politikerriege dagegen ist genauso leer und hohl wie die des abgesetzten Staatschefs und Muslimbruders Mursi. Ägypten kann die Brücke über seine beiden verfeindeten Lager von Islamisten und Nichtislamisten einfach nicht schlagen. Dem Land fehlt eine Persönlichkeit, die der anderen Seite über alle Verhetzungen, ideologischen Konflikte und Dämonisierungen hinweg glaubwürdig die Hand reichen kann. Übergangspräsident Adli Mansour ist Jurist und Karrierebürokrat, sein Vize Mohammed el-Baradei wohl aufgrund des Friedensnobelpreises der im Ausland am stärksten überschätzte Politiker Ägyptens.

General Sisi dagegen scheint immer mehr Gefallen zu finden an der Macht und ihren Möglichkeiten. Er setzt auf das, was man in seinem Gewerbe so lernt – Drohungen, Ultimaten, Säbelrasseln.

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