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Meinung War da was?
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22:47 21.02.2014
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Die Chefs der Großen Koalition haben dafür schon am Dienstag die Weichen gestellt. Nach dem halben Rauswurf des früheren Innenministers Hans-Peter Friedrich aus seinem neuen Amt als Agrarminister sollte es gut sein. Zu frisch ist das Bündnis von CDU, SPD und CSU, zu aussichtsreich die Ämter, als dass man mit mehr hätte rechnen können.

Bei der Anhörung im Innenausschuss hat der angeschlagene SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann programmgemäß um Nachsicht für sein Verhalten beim großen Edathy-Raunen im vergangenen Herbst gebeten, Friedrich sein Mitgefühl ausgedrückt und später im Fernseh-Talk mit dünnen Argumenten den Zerknirschten gegeben. Sein Parteichef Sigmar Gabriel, auch kein strahlender Held in der Geschichte, braucht ihn noch. CSU-Chef Horst Seehofer hört derzeit in Berlin nicht mehr jeder bis zum Ende zu. Und die Machtmaschine der Kanzlerin brummt mit kaum erhöhter Drehzahl vor sich hin. Die Politik hat die vielfältigen moralischen und rechtlichen Fragen in dieser seltsamen Affäre für sich als erledigt erklärt.

Das kann man kühn finden. Oder auch dreist. Denn schließlich ging es bei der Kaskade der Indiskretionen zu Edathys zweitem Leben eben nicht um den Staat oder seine Rechtsordnung, die vor dem Sozialdemokraten zu schützen gewesen wäre – sondern nur um die Frage, ob der SPD und der Koalition eine Peinlichkeit erspart worden ist. Dass die Protagonisten dies noch immer verwechseln, ist keine Nebensache, sondern der eigentliche Skandal in diesem Fall.

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