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23:43 11.11.2009
Von Nicola Zellmer
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In dieser Situation klingt ein „Schweinegrippen-Gipfel“ von Bund und Ländern unter Leitung des neuen Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler gut: Die Politik will zeigen, dass sie aktiv ist. Doch was kann sie erreichen?

Der konkreteste Erfolg des Impfstoffgipfels ist noch die Bestellung von 150.000 Dosen eines Schwangeren-Impfstoffs ohne Wirkverstärker. Ansonsten aber wurde deutlich, dass die Ministerrunde einen verblüffend geringen Handlungsspielraum hat.

Die Verträge des Staates mit Glaxo-SmithKline haben offenbar die Anwälte des Pharmakonzerns selbst formulieren dürfen. Zugesagt hat das Unternehmen nur 16 Prozent der europäischen Produktionsmenge. Diese Produktion wiederum wurde gebremst durch Probleme bei der Anzucht des Saatvirus. GlaxoSmithKline beruft sich auf einen „für Laien schwer verständlichen biologischen Herstellungsprozess“. Richtig ist, dass noch nie so kurz nach dem ersten Auftreten eines Virus so große Mengen an Impfstoff bestellt worden sind. Fest steht aber auch, dass das Unternehmen es geschafft hat, allen damit verbundenen Problemen auszuweichen. Da weder feste Termine noch Liefermengen vereinbart wurden, leidet unter den Anlaufschwierigkeiten nicht GlaxoSmithKline. Der Ärger entsteht anderswo: Immer mehr Impfwillige schimpfen jetzt auf die Politiker und auf die Ärzte, die den Bürgern erst zur Impfung geraten haben – und dazu mangels Impfstoff bis auf Weiteres gar nicht in der Lage sind.

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