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Meinung Was kann der Hund dafür?
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00:15 12.01.2015
Von Frank Winternheimer
Sind besorgt: Hundebesitzer in Hannovers Südstadt. Quelle: Hagemann
Hannover

Stahlschrauben und Gift in Wurst- und Brötchenstücken: Das Entsetzen war nicht nur am Südstädter Bertha-von-Suttner-Platz groß, als zu Wochenbeginn die gefährlichen Hundeköder entdeckt wurden. Und nicht nur Hundehalter fragen sich, wie krank ein Mensch sein muss, um Tieren so etwas anzutun - und womöglich sogar Kinder zu gefährden.

Man kann tatsächlich fragen, ob eines der dicht besiedeltsten Wohnquartiere einer Großstadt der richtige Ort ist, um Hunde zu halten. Aus Tierschützersicht ist das umstritten - man muss seinem Hund im Alltag schon viel Aufmerksamkeit bieten, um die Defizite auszugleichen, die das Großstadtumfeld für ein Hundeleben hat. Doch dürfte wohl kaum jemand ernsthaft glauben, dass die hinterhältige Köderattacke von einem Tierfreund begangen wurde.

Im Gegenteil: Wahrscheinlich war ein Hundehasser am Werk, und sogar höchstwahrscheinlich darf angenommen werden, dass es jemand war, der sich über Hundekot ärgert. Zwar sind Hunde auf den beiden Spielflächen der Platzanlage verboten. Auf den übrigen Arealen aber dürfen die Vierbeiner ausgeführt werden - und täglich lässt sich beobachten, dass nicht alle Hundehalter verantwortungsvoll mit den Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge umgehen. Da können die Bezirksräte so viele Hundetütenspender aufstellen, wie sie wollen - einige Rücksichtslose wird man nie zum Aufheben der Hundehaufen erziehen können. Aber: Kann das ein Grund sein, Hunden Qualen zuzufügen, sie an spitzen Schrauben innerlich verbluten oder an Gift schmerzhaft verenden zu lassen?

Neuer Höhepunkt von Alltagsaggression

Leider war die Südstädter Hundeköderattacke nur ein neuer Höhepunkt von völlig unnötiger Alltagsaggression, die man mittlerweile bei etlichen Themen beobachten kann: Da gibt es die Autofahrer, die lichthupend mit Tempo 250 auf der linken Spur der Autobahn heranrasen und meinen, alle anderen verscheuchen zu müssen - und dabei beileibe nicht nur das eigene Leben aufs Spiel setzen. Da sind Radfahrer, die aus ihrer Position als schwächere Verkehrsteilnehmer zuweilen eine völlig unangemessene Besserwisserei ableiten und aggressiv jeden vom Radweg klingeln, der sich ihnen versehentlich in den Weg stellt. Da sind Nachbarschaftsstreitereien, die aus nichtigen Gründen eskalieren und nur mühsam mithilfe von Schiedsleuten oder Mediatoren geschlichtet werden können.

Jemand, der Schrauben in Wurstzipfel dreht, scheidet als Diskussionspartner aus. Wer Hunde aus Ärger über Hundekot vergiften will, der trifft ohnehin die Falschen - denn bei rücksichtslosen Hundehaltern befindet sich das Problem stets am oberen Ende der Leine.

Wer seine Aggressionen nicht im Griff hat, sollte auf eine einsame Insel ziehen. Für das Zusammenleben insbesondere in einer Großstadt ist er nicht geeignet. Zu eng wohnen Menschen beieinander, als dass derartige Ausfälle tolerierbar wären. Für die Südstadt kann man nur hoffen, dass die Polizei den Verursacher der Giftköder noch findet.

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Nachdem ein Hundehasser Köder mit Nägeln und Rattengift am Bertha-von-Suttner-Platz ausgelegt hat, fehlt von dem Täter jede Spur. Obwohl die Tierschutzorganisation Peta eine Belohnung von 500 Euro ausgelobt hat, sind bei der Polizei bisher keine verwertbaren Hinweise eingegangen.

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