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Meinung Zwei Tendenzen
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22:25 07.11.2010
Von Dirk Schmaler
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Der Kampf ums Gleis im Wendland war hart, teilweise brutal. Fahrzeuge brannten, Steine flogen, immer wieder versuchten Tausende Atomprotestler, zu den schwer bewachten Gleisen vorzudringen, um Steine aus dem Gleisbett zu entfernen. Die Polizei hingegen hat so ziemlich alles aufgefahren, was das Polizeiarsenal so zu bieten hat, um eben jene „Schottern“ genannte Straftat zu verhindern: Wasserwerfer, Pferdestaffeln, Schlagstöcke.

Natürlich braucht jeder Protest auch eine gewisse Vehemenz, damit er wirkt. Und viele haben sich über die Jahre fast schon daran gewöhnt, dass es zu Castor-Zeiten im Wendland kracht. Mit dem öffentlichen Aufruf zum Schottern, dem sich auch gemäßigte Wendland-Initiativen angeschlossen haben, hat sich die Protestbewegung dennoch keinen Gefallen getan.

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Denn es gibt zwei Tendenzen, die nun gleichzeitig wahrgenommen werden. Erstens ist der Anti-Atom-Protest in diesem Jahr in seiner Breite gewachsen, über Generationen, Regionen und gesellschaftliche Gruppen hinweg. Darin liegt aus Sicht der Atomkraftgegner die gute Nachricht. Zweitens aber hat der Protest auch an Radikalität zugenommen. Und dies ist, auch wenn mancher darüber im ersten Augenblick jubelt, die schlechte Nachricht.

Wer Gleise unterhöhlt und wer mit pyrotechnischen Geschossen auf Polizisten zielt, setzt eine Debatte ganz eigener Art in Gang, bei der es dann nicht mehr um das Problem Gorleben geht, sondern um die Gewaltbereitschaft der linksautonomen Szene. Die Gewaltfrage lässt sich mit Hundertschaften beantworten, die Entsorgungsfrage nicht.

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