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Meinung Zwei Tendenzen
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22:25 07.11.2010
Von Dirk Schmaler

Der Kampf ums Gleis im Wendland war hart, teilweise brutal. Fahrzeuge brannten, Steine flogen, immer wieder versuchten Tausende Atomprotestler, zu den schwer bewachten Gleisen vorzudringen, um Steine aus dem Gleisbett zu entfernen. Die Polizei hingegen hat so ziemlich alles aufgefahren, was das Polizeiarsenal so zu bieten hat, um eben jene „Schottern“ genannte Straftat zu verhindern: Wasserwerfer, Pferdestaffeln, Schlagstöcke.

Natürlich braucht jeder Protest auch eine gewisse Vehemenz, damit er wirkt. Und viele haben sich über die Jahre fast schon daran gewöhnt, dass es zu Castor-Zeiten im Wendland kracht. Mit dem öffentlichen Aufruf zum Schottern, dem sich auch gemäßigte Wendland-Initiativen angeschlossen haben, hat sich die Protestbewegung dennoch keinen Gefallen getan.

Denn es gibt zwei Tendenzen, die nun gleichzeitig wahrgenommen werden. Erstens ist der Anti-Atom-Protest in diesem Jahr in seiner Breite gewachsen, über Generationen, Regionen und gesellschaftliche Gruppen hinweg. Darin liegt aus Sicht der Atomkraftgegner die gute Nachricht. Zweitens aber hat der Protest auch an Radikalität zugenommen. Und dies ist, auch wenn mancher darüber im ersten Augenblick jubelt, die schlechte Nachricht.

Wer Gleise unterhöhlt und wer mit pyrotechnischen Geschossen auf Polizisten zielt, setzt eine Debatte ganz eigener Art in Gang, bei der es dann nicht mehr um das Problem Gorleben geht, sondern um die Gewaltbereitschaft der linksautonomen Szene. Die Gewaltfrage lässt sich mit Hundertschaften beantworten, die Entsorgungsfrage nicht.

Meinung Michael B. Berger über die EKD nach Käßmann - Schwieriges Erbe

Es ist für Fotografen und Fernsehleute schwieriger geworden auf Synoden der evangelischen Kirche. Wen sollen sie fotografieren, jetzt, da Margot Käßmann nicht mehr da ist? Käßmann war, bis Mitte Februar dieses Jahres, das Gesicht des Protestantismus: attraktiv, jung geblieben, weiblich, unangepasst. Nun kann es passieren, dass Medienberichterstatter auf eine kirchliche Veranstaltung schneien und erst mal ratlos fragen: Wer ist wer?

Michael B. Berger 07.11.2010
Meinung Klaus Wallbaum über die Linke - Ignoriert

Noch vor einem halben Jahr, als die Linke ihren Programmentwurf vorlegte, war das Interesse an den politischen Inhalten groß: Würden sich in dieser aus vielen linken und linksradikalen Kräften zusammengewürfelten Partei die „Reformer“ durchsetzen, die den Staat im Grunde akzeptieren und mit SPD und Grünen zusammen regieren wollen?

Klaus Wallbaum 05.11.2010
Meinung Dr. Margit Kautenburger zu Gorleben - Besonnen bleiben

Das Wetter spielt nicht mit. Kalt und nass wird es voraussichtlich im Wendland, wenn der Atommüll anrollt. Dennoch wird dort am Wochenende die größte Anti-Castor-Demonstration seit Jahren erwartet.

Margit Kautenburger 05.11.2010