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EHEC-Erreger So schützen Sie sich vor EHEC
Nachrichten Panorama EHEC-Erreger So schützen Sie sich vor EHEC
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13:11 25.05.2011
Gute Hygiene ist das A und O, um dem Erreger keine Chance zu geben. Quelle: dpa
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Was ist EHEC?

Der Begriff EHEC steht für „enterohämorrhagische Escherichia coli“. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Coli-Bakterien, die starke Zellgifte produzieren, die beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen.

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Warum ist EHEC so gefährlich?

Das Durchfallbakterium breitet sich schnell aus und ruft außergewöhnlich schwere Krankheitsfälle mit Nierenleiden hervor. Viele Patienten müssen auf der Intensivstation behandelt werden. Zu den Symptomen gehören wässriger oder blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Es kann zum hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) kommen, das zu Nierenversagen führen kann. Bei Symptomen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

EHEC-Ausbrüche gab es schon öfter. Warum ist die Sorge diesmal so groß?

Üblicherweise nehmen die EHEC-Erkrankungen keinen derart schweren Verlauf in so kurzer Zeit. Experten vermuten, dass sich der Erreger verändert hat. „Die Krankheitsverläufe sind so aggressiv, dass der Erreger wohl einen besonderen Giftcocktail mitbringt“, sagt der Leiter des HUS-Referenzlabors, Helge Karch.

Woher stammen die Keime?

Das ist noch unklar. Experten vermuten, dass die Bakterien über rohes Gemüse übertragen werden. Dieses könnte durch Gülle oder andere Dünger kontaminiert worden sein.

Warum ist es so schwer, die Infektionsquelle zu finden?

Noch ist der Erreger nicht vollständig charakterisiert. Durch molekularbiologische Untersuchungen versucht man herauszufinden, welcher Gruppe der neue Erregertyp angehört und wie gefährlich er ist. Parallel dazu befragen die Gesundheitsämter Patienten, um Gemeinsamkeiten herauszukriegen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Bakterien vermutlich über rohes Gemüse übertragen werden. Nun wird weiter eingegrenzt, um herauszufinden, um welches Gemüse es sich handelt. „Es werden Mosaiksteinchen zusammengetragen“, erklärt der Leiter des Landesgesundheitsamtes Matthias Pulz. Aus den Bundesländern gehen die Meldungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, das federführend bei der Ursachensuche ist. Bei früheren EHEC-Wellen konnte die Quelle nicht immer gefunden werden.

Wie kann man sich schützen?

Gute Hygiene ist das A und O. Schon eine geringe Anzahl an Keimen – etwa 100 – kann eine Infektion auslösen. Eine Salmonelleninfektion wird erst bei rund 100 000 Erregern ausgelöst. Das RKI empfiehlt, bei der Verarbeitung von Gemüse auf gute Küchenhygiene zu achten. Bretter und Messer sollten gründlich gereinigt, die Hände auch zwischen den Zubereitungsschritten gewaschen werden. Lebensmittel sollten im Kühlschrank so gelagert werden, dass sie sich nicht berühren. Nach jedem Toilettengang ist Händewaschen mit warmem Wasser und Seife zu empfehlen. Erkrankte sollten die Toilette desinfizieren. Die Gefahr einer Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur über Schmierinfektion möglich, das heißt über Kontakt mit Stuhlresten. So hoch wie bei einer Grippewelle ist die Ansteckungsgefahr nicht, denn die Bakterien können nicht – wie beim Niesen – durch die Luft übertragen werden.