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Nachrichten Panorama Trauer nach Loveparade-Desaster
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14:13 26.07.2010

Trauer nach Loveparade-Desaster

Duisburg in der Schockstarre - auch am Tag zwei nach der Katastrophe. Das Meer der Kerzen an der improvisierten Gedenkstätte wird ständig größer. Dort mischt sich die Trauer der Menschen mit Wut.

Quelle: dpa

Die Lichter von Hunderten Kerzen sind schon aus der Ferne zu sehen. Fast auf der ganzen Breite ist der Bürgersteig in Duisburg gefüllt mit Grablichtern, Blumen, Plüschtieren, Briefen - und Anklagen. „Und keiner hat Schuld - jeder Vollidiot hätte es besser gewusst“, hat jemand in akkuraten Druckbuchstaben auf ein Stück Pappe gemalt.

Quelle: dpa

Eine Mutter mit Baby auf dem Arm verharrt vor dem Kerzenfeld. Männer reden leise und kopfschüttelnd aufeinander ein. Ein junger Mann zündet mit zittrigen Händen eine rote Grabkerze an und schluchzt laut auf. Ein alter Mann zieht eine Grableuchte aus der Tasche und bleibt still stehen. Als die Rede auf die Todesfalle Loveparade kommt, gerät der 73-Jährige in Rage. „Jeder konnte sehen, dass das Konzept nicht aufgeht.“ Und für die Pressekonferenz der Verantwortlichen der Stadt Duisburg vom Sonntag hat der Grauhaarige nur ein Wort übrig: „Lächerlich!“. Die Stimmung ist eindeutig - die Trauernden finden, dass die Stadtoberen sich aus der Verantwortung stehlen. „Das ist doch eine Schande für die Stadt Duisburg“, empört sich ein 50-Jähriger. „Die Drei, die da gesessen haben, sollen zurücktreten.“

Quelle: dpa