Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichtenticker Ermittler befürchten Rockerkrieg in Berlin
Nachrichten Panorama Nachrichtenticker Ermittler befürchten Rockerkrieg in Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:30 14.06.2012
Die Polizei war am Donnerstag gegen die Rocker ausgerückt. Quelle: Nestor Bachmann/Archiv
Kiel/Berlin

In Berlin warnte die Staatsanwaltschaft vor einer Eskalation des sogenannten Rockerkriegs.

"Aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Rockermilieu befürchten wir, dass es zu einer ganzen Serie erheblicher Straftaten kommt", sagte der Leiter der Task Force Rocker, Jörg Raupach, der "Berliner Morgenpost".

Nach einem Anschlag auf den Chef einer Gruppe der Berliner Hells Angels hat die Polizei jetzt eine erste Beschreibung des möglichen Täters. Ein Zeuge habe einen flüchtenden Mann beobachtet, sagte ein Polizeisprecher. Der 47 Jahre alte Chef der Gruppe Nomads war am Sonntag mit mehreren Schüssen niedergestreckt worden. Seitdem liegt er lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Vor der Klinik stehen seit Tagen Rocker, um ihren niedergeschossenen Chef zu bewachen.

Die Strafe gegen den Ex-Rocker in Kiel, der zu vier Jahren und vier Monaten verurteilt wurde, lag knapp über der Forderung der Anklagebehörde. Möglich wären bis zu zehn Jahren Haft gewesen. Der 40-Jährige hatte mit den Hells Angels gebrochen und über deren Machenschaften ausgepackt.

Der Prozess gegen den Ex-Rocker mit den Spitznamen "Imperator" und "Kugelblitz" lief seit Mai 2011. Anfangs hielt er sich an den sogenannten Ehrenkodex der Hells Angels und schwieg. Als die Kieler Hells Angels Ende Januar im Zuge einer Großrazzia verboten wurden, die Polizei deren "Kriegskasse" mit noch etwa 40 000 Euro beschlagnahmte und er keine Unterstützung erfuhr, sei sein Mandant verbittert gewesen, sagte der Verteidiger. So sei der Entschluss gereift, auszusagen.

Nach Angaben des Angeklagten war die "Legion 81" Hilfstruppe für die Hells Angels im Drogen- und Waffengeschäft, bei Prostitution, Schutzgelderpressungen und Gewaltdelikten. Den Chef der hannoverschen Hells Angels beschuldigte der 40-Jährige, einen Mord an einem Türken in Auftrag gegeben zu haben. Der Mann wird seit zwei Jahren vermisst.

Die Polizei sucht seit dem 24. Mai dessen Leiche in einer Lagerhalle in Altenholz bei Kiel - bislang ohne Erfolg. Die Lagerhalle wird jetzt komplett demontiert. Mit einem Kran wurde am Donnerstag zunächst das Dach abgetragen. Der Hannover-Boss Frank Hanebuth hatte die Vorwürfe des Kieler Ex-Rockers zurückgewiesen.

Die Anklagebehörde hatte in Kiel nur vier Jahre Haft beantragt. Die beiden Verteidiger plädierten für drei Jahre. Die Anwälte der Nebenklägerinnen - zwei von dem Ex-Rocker brutal drangsalierte Ex-Prostituierte - forderten ein deutlich höheres Strafmaß.

Oberstaatsanwalt Alexander Ostrowski begründete seinen milden Strafantrag damit, dass der 40-Jährige sich vom gewalttätigen Rockermilieu gelöst und mit seinen Aussagen Mitglieder der Rockerbande Hells Angels belastet habe. Dies sei zugunsten des Angeklagten zu werten. "Er ist eine gefährdete Person. Personen, die aussteigen, müssen für sich und ihre Familien mit Lebensgefahr rechnen." Aus Sicherheitsgründen haben die Behörden den Mann an einem geheimen Ort untergebracht.

Der "Aussteiger" wurde unter anderem wegen Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Zuhälterei verurteilt. Er muss zusätzlich mit gut zwei weiteren Jahren Gefängnis rechnen, weil die Bewährung einer früheren Strafe widerrufen wird.

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwei Jahre hat Nik Wallenda um die Erlaubnis gekämpft. Jetzt steht seinem Balanceakt in schwindelnder Höhe über den Niagarafällen nichts mehr im Wege. An diesem Freitag will der 33-jährige Artist die Fälle an ihrer gefährlichsten Stelle überqueren.

14.06.2012

Fast jeder vierte Deutsche ist deutlich zu dick. Mehr Fettleibigkeit, mehr Diabetes und nicht genügend Sport - in punkto Gesundheit ist den Deutschen im Vergleich zu 1998 noch keine Trendwende gelungen.

14.06.2012

Der gewaltsame Tod einer jungen Arzthelferin in einer Tiefgarage in Erlangen bleibt ungeklärt - am Donnerstag sprach das Landgericht Nürnberg-Fürth einen 47-Jährigen im dritten Verfahren erneut vom Mordvorwurf frei.

14.06.2012