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Der Dioxin-Skandal 100.000 Eier in Niedersachsen nach Dioxin-Skandal vernichtet
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14:01 07.01.2011
Nach dem Dioxin-Skandal sind in Niedersachsen rund 100.000 Eier entsorgt worden. Quelle: dpa
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In Niedersachsen sind nach dem Dioxin-Skandal bislang etwa 100.000 Eier vernichtet worden. Das teilte das Agrarministerium am Freitag in Hannover mit. Bisher seien 38 Proben von Eiern getestet worden, davon ergaben sich bei fünf Beständen erhöhte Dioxin-Grenzwerte.

Die Zahl der gesperrten Betriebe stieg in Niedersachsen von bislang 1000 auf jetzt rund 4500. Dieser Sprung kam zustande, weil vorsorglich insgesamt 3285 Schweine-Betriebe mit einem vorläufigen Handelsverbot belegt wurden. „Das ist eine reine Vorsorgemaßnahme“, sagte Agrar-Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU).

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Er erklärte, er gehe aber davon aus, dass 95 Prozent dieser Schweine-Betriebe und deren Fleisch nicht mit erhöhten Dioxin-Grenzwerten belastet seien. Der Fettanteil im Schweinefutter ist deutlich niedriger als im Futter für Legehennen. Dennoch sei die Sperrung angeordnet worden, um mögliche Export-Probleme und Sanktionen durch die EU zu verhindern.

Ministerium: Bauern-Hilfsfonds bisher kein Thema

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) macht Druck für rasche Konsequenzen aus dem Dioxin-Skandal. Bereits kommenden Montag will Aigner Vertreter der Futtermittelbranche, der Landwirtschaftsverbände sowie führende Verbraucherschützer in Berlin treffen, sagte Aigners Sprecher Holger Eichele am Freitag in Berlin.

Dann dürfte auch die Forderung des Bauernverbandes für einen von der Futtermittelbranche gespeisten Hilfsfonds auf der Tagesordnung stehen. Hierzu äußerte sich Aigners Sprecher aber zurückhaltend. Grundsätzlich sei es so, dass die Futtermittelhersteller für solche Fälle einen Haftpflichtschutz hätten. „Noch ist nicht annähernd zu bilanzieren, wie hoch der Schaden ist.“ Zudem stehe noch nicht fest, ob es Fahrlässigkeit oder kriminelle Energie war. Bisher wurden 4709 Betriebe in Deutschland wegen des Skandals vorsorglich geschlossen.

Für Mitte Januar bemüht sich Aigner um eine Sonderkonferenz mit den zuständigen Landesministern in Berlin. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest, sagte der Sprecher. Es gehe dabei vor allem um Fragen der Kontrollstandards und der Futtermittelsicherheit. Auf die Frage, ob die Eierversorgung in Deutschland noch sichergestellt sei, sagte Eichele: „Ich hab keinen Anlass daran zu zweifeln.“

In einem Gespräch mit EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli kündigte Aigner eine zügige Aufarbeitung des Skandals um dioxinverseuchtes Futter an. Deutschland will eine Initiative für mehr Sicherheit in diesem Bereich anstoßen. Aigner fordert für Deutschland, dass künftig die Hersteller von Futterfetten auf ihrem Gelände nicht zugleich auch technische Fette herstellen dürfen.

Aigners Sprecher betonte mit Blick auf die Sorge der Verbraucher, zwei Drittel der bisher vorgenommenen Proben bei Eiern hätten keine Auffälligkeiten gezeigt. Der Rest habe leicht an der Grenze oder über dem zulässigen Höchstwert gelegen.

Alle Betriebe, die Liefer- und Kundenbeziehungen mit dem betroffenen Futterfett-Unternehmen hatten, seien aus „vorsorgendem Verbraucherschutz“ gesperrt worden, sagte Aigners Sprecher. Betriebe, die unter Verdacht stehen, würden erst wieder freigegeben, wenn Proben keine Auffälligkeiten zeigten.

dpa

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