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Der Dioxin-Skandal Behörden klären Vertriebswege von Schweinefleisch
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13:20 12.01.2011
Bei einem Schweinemäster in Langwedel (Kreis Verden) waren bei Probeschlachtungen überhöhte Dioxin-Werte gemessen worden. Quelle: dpa (Archiv)
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Die niedersächsischen Behörden nehmen nach der Dioxinbelastung bei Schweinen im Landkreis Verden die Verkaufswege des verdächtigen Fleisches unter die Lupe. „Es besteht gute Hoffnung, dass ein Großteil noch in einem Kühlhaus ist“, sagte der Sprecher des Agrarministeriums, Gert Hahne, am Mittwoch in Hannover. Die Behörden prüften, ob möglicherweise mit Dioxin belastetes Schweinefleisch in den Handel gelangt sei.

Bei einem Schweinemäster in Langwedel (Kreis Verden) waren bei Probeschlachtungen überhöhte Dioxin-Werte gemessen worden. Rund 140 Tiere sollten getötet werden. In den vergangenen Wochen hatte der Landwirt 150 mit Dioxin-Futter gefütterte Schweine zu einem niedersächsischen Großschlachthof gebracht. Das sagte Kreisveterinär Peter Rojem am Mittwoch. Das mit Dioxin verseuchte Futter hätten die Schweine seit dem 26. November bekommen. „Wir haben alle Schlachtungen seit der Zeit erfasst.“

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Der betroffene Schweinemast-Betrieb hat mehr Fett ins Futter gemischt als üblich. Normal ist ein Zusatz von einem bis zwei Prozent, der Schweinemäster mischte möglicherweise bis zu zehn Prozent zu. „Der Betrieb hat relativ kleine Mengen Schweine schnell fett gezüchtet“, sagte der Ministeriumssprecher. „Das ist erlaubt, der Landwirt kann im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen füttern, was er möchte. Diätpläne für Mastschweine werden wir nicht aufstellen.“ Den Schweinehaltern gehe es darum, möglichst schnell Geld mit dem Mästen zu verdienen.

Möglichweise sind noch mehr Schweine mit zu hohen Dioxinwerten regulär geschlachtet und vermarktet worden. Neun weitere Schweinemäster hatten das Futter bei dem Langwedeler Kollegen gekauft, der neben der Mast ein eigenes Futterwerk betreibt. Dieser hatte das verseuchte Futterfett von Harles und Jentzsch bezogen. Probeschlachtungen sollten bei den verdächtigen Höfen am Donnerstag erfolgen, sagte Rojem. Ergebnisse gebe es Anfang kommender Woche.

Vergangene Woche hatte das niedersächsische Agrarministerium erklärt, die allermeisten der gesperrten Schweinebetriebe dürften unbedenklich sein, da der Fettanteil im Futter geringer sei als im Fett für Legehennen.

Nach wie vor liegt die Zahl der noch gesperrten Betriebe in Niedersachsen nach Ministeriumsangaben bei etwa 330, vor allem Schweinehalter und Geflügel-Farmen sind betroffen.

dpa

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