Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Dioxin-Skandal Landwirtschaftsministerin Aigner will Kontrollstandards verschärfen
Nachrichten Panorama Themen Der Dioxin-Skandal Landwirtschaftsministerin Aigner will Kontrollstandards verschärfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:15 13.01.2011
Futter- und Lebensmittel sollen nach WIllen Aigners künftig besser kontrolliert werden.
Futter- und Lebensmittel sollen nach WIllen Aigners künftig besser kontrolliert werden. Quelle: dpa
Anzeige

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will als Konsequenz aus dem Dioxin-Skandal die Standards für Lebensmittel- und Futtermittelkontrollen verschärfen. Das geht aus dem Aktionsplan hervor, den sie an am Freitag vorstellen will. Dabei geht es um schärfere Kriterien für die Kontrollen sowie um die Praxis der Futtermitteltests auf Länderebene.

Aigner hatte sich am Donnerstag gegen scharfe Kritik der Opposition gewandt. Die Grünen-Fraktion forderte ihre Entlassung als Ministerin. „Eine Ministerin, die das bestehende strukturelle Problem der deutschen Landwirtschaft nicht erkennt, sondern den Dioxin-Skandal auf das kriminelle Handeln Einzelner reduziert, ist fehl am Platze“, sagte Trittin NDR Info.

„Eine Landwirtschaftspolitik, die nur noch darauf abzielt, möglichst kostengünstig für den Export zu produzieren, die produziert
automatisch solche Skandale mit“, sagte Trittin. Höhn erklärte der „Rheinischen Post“ (Donnerstag), anders als Aigner behaupte, sei in dem Dioxinfall keineswegs alles wunderbar gelaufen. Aigner habe keine tragfähige Lösung vorgelegt. Von ihren sieben Vorschlägen betreffe nur ein einziger das eigene Haus.

Der Vorsitzende des Bundestags-Agrarausschusses, Hans-Michael Goldmann, wies die Rücktrittsforderungen zurück. Der FDP-Politiker zeigte sich erstaunt darüber, dass die Grünen ihre Forderung nicht in den Bundestagsgremien begründet hätten. „Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um kriminelle und schwarze Schafe aus der Futtermittelindustrie auszuschließen, statt diesen durch fatale Überziehungen noch Rechtfertigungsargumente zu liefern“, erklärte er.

Am Montag hatte Aigner Vorschläge für mehr Vorschriften an die Wirtschaft vorgelegt. Sie verlangt eine schärfere Zulassungspflicht für Futtermittelbetriebe, eine Trennung der Herstellung von Futterfetten und technischen Fetten, eine bessere Erfassung der Dioxinbelastung, schärfere Strafen bei illegalem Vorgehen von Firmen sowie eine EU-Liste für Futtermittel. Die geplanten schärferen Kontrollstandards sollen dies ergänzen. Die Länder sind für die Kontrollen zuständig.

dpa

Mehr zum Thema

Wegen des Dioxin-Skandals waren einige Landwirtschaftsbetriebe vorsorglich gesperrt worden - dennoch sind in der Region Hannover abermals Eier von diesen Höfen in den Handel gelangt. Die Landkreise sollen die Supermärkte nun sorgfältig kontrollieren.

13.01.2011

Die Lebensmittelkontrolleure der Region Hannover haben mittlerweile in 22 Geschäften und Betrieben mit Dioxin verseuchte Eier sichergestellt. 14-mal wurden sie in der Landeshauptstadt fündig und achtmal im Umland, erklärte ein Sprecher am Mittwoch. Die Eier stammen aus einem Legebetrieb im Kreis Cloppenburg.

Karl Doeleke 12.01.2011

Der im Zentrum des Dioxin-Skandal stehende Futterfett-Hersteller Harles und Jentzsch in Uetersen im Kreis Pinneberg hat Insolvenzantrag gestellt. Dies bestätigte die Sprecherin des Landgerichts Itzehoe, Julia Gärtner, am Mittwoch.

12.01.2011