Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Katastrophen in Japan Atomalarm und tausende Tote nach Erdbeben in Japan
Nachrichten Panorama Themen Katastrophen in Japan Atomalarm und tausende Tote nach Erdbeben in Japan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:50 25.03.2011
Nach dem verheerenden Erdbeben und der Tsunamiwelle befindet sich Japan in einer historischen Notlage.
Nach dem verheerenden Erdbeben und der Tsunamiwelle befindet sich Japan in einer historischen Notlage. Quelle: dpa
Anzeige

23.00 Uhr: Bei Onagawa keine Radioaktivität ausgetreten

Im japanischen Atomkraftwerk Onagawa, für das am Sonntag der nukleare Notfall ausgerufen worden war, ist nach Expertendarstellung keine Radioaktivität ausgetreten. Die in der Gegend gemessene Radioaktivität über dem Grenzwert könnte vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima stammen, teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA am Abend mit.

20.30 Uhr: Mehr als 500.000 Menschen obdachlos

In den japanischen Katastrophenregionen mussten bisher etwa 530.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag (Ortszeit) . Rund 450.000 waren durch das Beben und den Tsunami obdachlos geworden. Weitere 80.000 mussten ihre Unterkünfte verlassen, als die Behörden die Sicherheitszone um die havarierten Kernkraftwerke in Fukushima auf 20 Kilometer ausdehnten.

18.45 Uhr: Lage im Atomkraftwerk Tokai laut Betreiber unter Kontrolle

In der japanischen Erdbebenzone hat sich die Lage im Kernkraftwerk Tokai nach Angaben der Betreiberfirma am frühen Montagmorgen (Ortszeit) wieder entspannt. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete, versagte eine von zwei Pumpen für das Kühlsystem der rund 120 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegenen Anlage in der Nacht zu Montag den Dienst. Lokale Behörden sagten, es gebe keinen Grund zur Sorge mit der Kühlung, da die verbleibende Pumpe ihren Dienst problemlos verrichte. Alle Kontrollstäbe seien in der richtigen Position im Reaktor hieß es. Die Betreiberfirma Japan Atomic Power Company versicherte, es habe keine Zwischenfälle beim Abkühlen des Reaktors gegeben. Die Anlage hatte sich bei dem Beben am Freitag automatisch abgeschaltet.

18.30 Uhr: Deutsche während des Bebens in Fukushima

Zehn deutsche Kerntechniker, die sich während des Erdbebens im havarierten japanischen Atommeiler Fukushima aufgehalten hatten, sind wohlauf und werden am Montag in Deutschland erwartet. Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Sonntag mitteilte, sollten die Fachleute am Abend vom Flughafen der Hauptstadt Tokio ausreisen. Die deutsche Botschaft sei dabei behilflich.

17.00 Uhr: Kühlsystem in drittem Atomkraftwerk in Japan ausgefallen

In einem dritten Atomkraftwerk in Japan ist am Sonntag das Kühlsystem ausgefallen. Es handelt sich um das AKW Tokai an der Ostküste südlich von Fukushima, wie die Nachrichtenagentur Kyodo basierend auf Informationen der Agentur für Feuer- und Katastrophenmanagement berichtete. Das Kraftwerk in der Präfektur Ibaraki wurde laut den Betreibern während des Erdbebens am Freitag automatisch abgeschaltet.

16.30 Uhr: Vulkanausbruch im Süden Japans

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben und der Tsunamiwelle ist am Sonntag im Süden des Landes ein Vulkan ausgebrochen. Wie die japanische Wetteragentur berichtete, spuckte der Shinmoedake Asche und Felsen bis zu vier Kilometer in die Luft. Ob der Ausbruch in Verbindung mit dem Erdbeben vom Freitag steht, blieb zunächst unklar. Der 1421 Meter hohe Vulkan war nach einer Ruhezeit von mehr als 50 Jahren seit Januar wiederholt aktiv. Im Februar rieten die Behörden Einwohnern in der unmittelbaren Umgebung zur Flucht, seit Anfang März hatte der Vulkan aber keine weitere Aktivität gezeigt.

16.15 Uhr: Nuklearer Notfall bei weiterem Atomkraftwerk

Die japanischen Behörden haben auch für das Atomkraftwerk Onagawa den nuklearen Notfall ausgerufen. Das teilte das Land der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien mit. Der Betreiber habe die Situation als niedrigste Stufe des nuklearen Notfalls eingeschätzt. Man habe die drei Reaktoren in dem Atomkraftwerk aber unter Kontrolle.

14.30 Uhr: Deutsche werden vermisst

Nach Agenturangaben sollen sich in den betroffenen Gebieten in Japan etwa hundert Deutsche aufgehalten haben. Noch konnte zu ihnen kein Kontakt aufgenommen werden.

13.55 Uhr: Regierungssprecher korrigiert sich zu Kernschmelze

Ein japanischer Regierungssprecher hat seine eigenen Aussagen über eine Kernschmelze im erdbebenbeschädigten Kraftwerk Fukushima Eins zurückgenommen. Yukio Edano sagte, es habe im Reaktor 3 am Sonntag keine Kernschmelze stattgefunden. Radioaktive Strahlungswerte im Kraftwerk überschritten am Sonntag die zugelassenen Werte, doch Edano versicherte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.

Edano widersprach damit eigenen Angaben, wonach eine „geringe Kernschmelze“ nicht auszuschließen sei. Nach dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem anschließenden Tsunami berichteten verschiedene Quellen am Wochenende über Kernschmelzen in zwei Reaktoren des Atomkomplexes, ausgelöst von defekten Kühlsystemen.

13.10 Uhr: Regierungschef bezeichnet Lage in Fukushima als alarmierend

Nach dem verheerenden Erdbeben und der Tsunamiwelle sieht Japans Ministerpräsident Naoto Kan sein Land vor einer historischen Notlage. Kan bezeichnete die Katastrophe - auch im Blick auf die Atomkraftwerke - als schlimmste Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Zur Überwindung der Krise komme es nun auf jeden einzelnen Japaner an, so Kan weiter. Die Lage im Umkreis von Fukushima bezeichnete Kan als alarmierend. Nach dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem anschließenden Tsunami berichteten verschiedene Quellen am Wochenende über Kernschmelzen in zwei Reaktoren des Atomkomplexes.

12.10 Uhr: Offiziell bestätigt: Erdbeben-Opferzahl übersteigt 1000

Die japanische Polizei bestätigte am späten Sonntag (Ortszeit), dass die Opferzahl des verheerenden Erdbebens vom Freitag 1000 Personen überschritten habe. Der Polizeichef der schwer betroffenen Präfektur Miyagi sagte am Sonntagnachmittag er befürchte 10.000 Opfer alleine in Miyagi.

12 Uhr: Japans Börsen: Rutsch unter 10 000 Punkte erwartet

Das verheerende Erdbeben vom Freitag wird Japans Aktienmärkte weiter unter Druck setzen. Experten befürchteten am Sonntag, dass der Nikkei-Index zum Wochenbeginn unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten fallen wird. Der Nikkei Index hatte am Freitag 1.7 Prozent verloren und schloss bei 10.254,43 Punkten, dem niedrigsten Stand seit Ende Januar. Zu diesem Zeitpunkt waren die Auswirkungen des Bebens allerdings noch gar nicht absehbar.

Mehrere Industriebetriebe in der betroffenen Region, unter ihnen Auto-Branchenprimus Toyota stellten bereits die Produktion ein. Anhaltende Sorge bereitet indes vor allem die Lage in zwei beschädigten Atommeilern, wo immer noch eine Kernschmelze droht. Analysten erwarten starke Verluste für die Betreiberfirma Tepco.

8.20 Uhr: Möglicherweise 10.000 Tote in Japan

In der japanischen Katastrophenregion Miyagi hat es möglicherweise 10.000 Tote gegeben. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf die örtliche Polizei.

Einen Livestream zum Fernsehsender NHK finden Sie hier.

8.10 Uhr: Regierung vermutet Kernschmelze in Reaktor 3

Im Reaktor 3 des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Eins ist es nach Angaben eines Regierungssprechers möglicherweise zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen. Wie bereits zuvor am Reaktor Nummer 1 sei die Kühlfunktion ausgefallen. Dadurch sei das Kühlwasser zurückgegangen. „Es kann sein, dass es eine geringe Kernschmelze gab“, sagte Yukio Edano am Sonntag.

Durch Salzwasserzufuhr seien die Brennstoffstäbe aber inzwischen wieder im Wasser, führte der Sprecher aus. Es könne allerdings sein, dass sich dadurch Wasserstoff unter dem Dach angesammelt habe. Doch selbst wenn es wie beim Reaktor Nummer 1 zur Explosion komme, könne der Reaktor dem widerstehen. Es gebe keine Notwendigkeit neuer Evakuierungsmaßnahmen, sagte Edano.

7.50 Uhr: Weitere 600 Tote an Japans Küste gefunden

Nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami sind an den Küsten der Provinzen Miyagi und Iwate mehr als 600 Leichen gefunden worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag. Insgesamt gehen die Behörden demnach bisher von mehr als 2000 Toten aus. Die Zahl ergibt sich aus den bislang offiziell gemeldeten rund 800 Toten und den Vermissten. Allerdings wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer noch weiter steigt. In der Krisenregion im Nordosten Japans hatten die Behörden zu Zehntausenden von Menschen bisher noch keinen Kontakt.

7.30 Uhr: 400 Mal erhöhte Radioaktivität in Provinz Miyagi

In der nordöstlichen japanischen Provinz Miyagi haben Atomexperten eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal gemessen. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tohoku. Ein Sprecher des Unternehmen sagte, die Reaktoren in der Region seien stabil. Um das AKW Onagawa sei eine erhöhte Radioaktivität festgestellt worden. Man gehe davon aus, dass dies nicht von dem Reaktor stamme. Es bestünden keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, hieß es. Experten vermuten, dass der Wind Radioaktivität aus der Provinz Fukushima herübergeweht habe. Dort waren AKWs beim Erdbeben beschädigt worden.

5.05 Uhr: Stärke des Großbebens in Japan auf 9,0 angehoben

Das verheerende Erdbeben in Japan vom vergangenen Freitag hatte nach revidierten Angaben eine Stärke von 9,0. Das gab die Meteorologische Behörde in Tokio am Sonntag bekannt. Zuvor hatte sie die Stärke auf 8,8 beziffert, während amerikanische Seismologen 8,9 gemessen hatten. Unterdessen arbeiten die Einsatzkräfte auf Hochtouren. 390.000 Menschen sind nach Medienberichten vor den verheerenden Zerstörungen geflohen.

In fünf Provinzen des Landes wurden demnach mehr als 1400 Notlager unter anderem in Schulen und Gemeindehäusern eingerichtet. Vielerorts werde mit Tankwagen Trinkwasser herangeschafft. Augenzeugen berichten von Hamsterkäufen in Supermärkten, an vielen Tankstellen bilden sich lange Schlangen, wo sich die Menschen auch mit Heizöl eindecken. Die Regierung will derweil die Zahl der Soldaten zur Unterstützung der Rettungseinsätze auf 100.000 verdoppeln, wie Medien berichteten.

0.10 Uhr: 200.000 Menschen vor Atomunfall in Sicherheit gebracht

Die Evakuierung des Gebiets rund um die beiden Atomkraftwerke in Fukushima betrifft inzwischen rund 200.000 Menschen. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am späten Samstagabend mitteilte, werden die Gebiete im Umkreis von 20 Kilometern um das AKW Fukushima Eins und im Umkreis von 10 Kilometern um Fukushima Zwei evakuiert. 170.000 Menschen seien bei dem ersten und 30.000 Menschen bei dem zweiten Atomkraftwerk betroffen. Die Evakuierung sei aber noch nicht beendet, hieß es.

Bei einer Explosion wurde am Samstag ein Gebäude im Atomkraftwerk Fukushima Eins zerstört. Der innere Reaktorbehälter sei aber nicht beschädigt, teilte der Kraftwerksbetreiber TEPCO der Atomenergiebehörde mit. TEPCO (Tokyo Electric Power Company) leite seit 20.20 Uhr (Ortszeit) ein Gemisch aus Meerwasser und Borsäure in den Reaktor, um eine befürchtete Kernschmelze und einen sogenannten GAU (Größter Anzunehmender Unfall) wie 1986 in Tschernobyl zu verhindern.

Borsäure absorbiert Neutronen und trägt dazu bei, die Kettenreaktion in einem Atomreaktor zu stoppen. Das Auffüllen mit dem Wasser-Säure-Gemisch sollte bis zu zehn Stunden dauern. Bis der überhitzte Reaktorkern abgekühlt ist, können zehn Tage vergehen.

dpa

Mehr zum Thema

Eine Explosion hat das Atomkraftwerk Fukushima Eins teilweise zerstört. Jetzt versuchen Techniker, die Gefahr einer Kernschmelze zu bannen. Bei dem Erdbeben und im Tsunami vom Freitag kamen vermutlich mehr als 1800 Menschen ums Leben.

05.04.2011

Die Angehörigen haben schlaflose Nächte voller Angst hinter sich. Am Samstagabend kamen die ersten Rückkehrer aus Tokio nach dem verheerenden Erdbeben am Münchner Flughafen an - und wurden überglücklich begrüßt.

25.03.2011

Noch kann niemand genau sagen, wie viele Menschen beim Erdbeben und dem Tsunami in Japan ums Leben kamen. Vermutlich sind es mehr als 1800. Die internationale Hilfe läuft an, auch mit deutscher Beteiligung.

25.03.2011