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Katastrophen in Japan Japanische Bauern fordern nach Fukushima-Unfall Geld vom Betreiber
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15:29 14.04.2011
Während Arbeiter im havarierten Atommeiler in Fukushima weiter gegen die GAU kämpfen, fordern Bauern jetzt Geld von Tepco.
Während Arbeiter im havarierten Atommeiler in Fukushima weiter gegen die GAU kämpfen, fordern Bauern jetzt Geld von Tepco. Quelle: dpa (Archiv)
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Von der Atomkatastrophe betroffene Landwirte im Umfeld der Atomruine Fukushima fordern schnelle Entschädigungszahlungen vom japanischen Energiekonzern Tepco. Mamoru Moteki, Vorsitzender des Zentralverband der landwirtschaftlichen Genossenschaften, übergab Tepco-Chef Masataka Shimizu am Donnerstag einen Protestbrief, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

In dem Schreiben kritisieren die Bauern, Tepco habe sie bislang nicht über die negativen Folgen der radioaktiven Stoffen aufgeklärt und sich nicht bei ihnen entschuldigt. Auch gebe es fast fünf Wochen nach dem Unglück noch immer keine Reaktion zu möglichen Entschädigungszahlungen.

„Das ist völlig inakzeptabel“, sagte Moteki. Wegen der radioaktiven Strahlung und den Handelsbeschränkungen für Waren aus der Region müssten Bauern sogar über die endgültige Aufgabe ihrer Höfe nachdenken.

Shimizu zeigte sich von den Problemen der Bauern sichtlich betroffen. „Wir entschuldigen uns für die entstandenen Probleme und nehmen den Protest sehr ernst“, sagte der Tepco-Manager.

Unterdessen haben Einsatzkräfte mit der Suche nach vermissten Erdbeben- und Tsunamiopfern im nahen Umfeld des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima Eins begonnen.

Rund 300 Mann waren am Donnerstag im Einsatz, um das Gebiet im Umkreis von zehn Kilometern um das AKW abzusuchen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf die Polizei. Neben einem Suchtrupp sei auch ein Team zur Messung radioaktiver Strahlung sowie ein weiteres Team zur Bergung und zum Abtransport von Leichen eingesetzt.

Sobald eine radioaktiv verseuchte Leiche gefunden sei, werde sie mit Wasser abgewaschen und dann abtransportiert, hieß es. Bisher sind über 13 300 Tote in Folge des Bebens und Tsunamis identifiziert worden. Über 15 000 Menschen werden noch vermisst.

Im zerstörten japanischen Atomkraftwerk Fukushima setzten Arbeiter am Donnerstag ihre Bemühungen zur Kühlung der Unglücksreaktoren fortgesetzt. Sie pumpten am Morgen weiter Wasser in die Reaktoren 1 bis 3, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press meldete.

Um eine mögliche Wasserstoffexplosion in Reaktor 1 zu verhindern, füllten die Arbeiter zudem weiter Stickstoff ein. Damit der Kühlkreislauf für die Reaktoren wie auch für die Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe wieder in Gang gesetzt werden kann, ist es notwendig, verseuchtes Wasser aus dem Tiefgeschoss des Turbinengebäudes herauszuholen.

Die Helfer beeilen sich daher mit Überprüfungen der Auffanganlagen, in denen etwa 30 000 Tonnen gelagert werden können, hieß es weiter.

dpa