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Lena - Unser Grand-Prix-Star Lena über Aufregung, Akzent und das Schuhproblem
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16:06 29.05.2010
Von Imre Grimm
Gut gelaunt: Mit Macher Stefan Raab singt Lena Meyer-Landrut auf der Pressekonferenz am Freitagabend.
Gut gelaunt: Mit Macher Stefan Raab singt Lena Meyer-Landrut auf der Pressekonferenz am Freitagabend. Quelle: dpa
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Freitagabend in Oslo: Die letzte Pressekonferenz vor dem Finale. Lena ist glänzend gelaunt, beantwortet auch mittelschlaue Fragen („Wie ist das nun mit dir und Alexander Rybak?“) verspielt und ironisch: „Ja, wir haben seit dreieinhalb Jahren ein Verhältnis. Und wir wollen heiraten.“ Stefan Raab: "Am Holmenkollen." Applaus im Saal. Seit Tagen wollen ihr norwegische Zeitungen eine Liebelei zum Vorjahressieger andichten. Die lästige Diskussion um ihren Akzent kontern Lena und Stefan Raab mit einer kongenialen Live-Variante von Boyzones „No matter what“ - in absichtlich fürchterlichem Germano-Englisch. Ein sicherer Youtube-Hit. Aufgeregt? „Ja. Ich bin sehr nervös.“ Angst vor der Favoritenrolle? „Ach – ich denke, jeder hier kann gewinnen.“ Und. Nein, ihren Song "Satellite" singe sie nicht für jemanden bestimmtes.

Die meisten Experten sehen sie Freitagabend unter den ersten zehn. Das Wort „Sieg“ freilich nimmt niemand in den Mund. Nichts ist so unberechenbar wie der Eurovision Song Contest. Bei den britischen Buchmachern von Ladbrokes liegt sie hinter der 17-jährigen Safura aus Aserbaidschan („Drip Drop“) auf Platz zwei (Quote für beide: 3/1). Nachteil für die kaukasische Rivalin: Sie muss Freitagabend gleich als erste auf die Bühne.

Deutschland, England, Spanien, Frankreich und Norwegen als Gastgeber waren für das Finale gesetzt. Das birgt einen Nachteil: Millionen Zuschauer konnten sich über die anderen Künstler bereits in den Halbfinals ein Urteil bilden. "Ich glaube, das macht nichts", sagt Lena. "Wenn man gut ist, rufen die Leute auch an." Zu den Favoriten zählen der Belgier Tom Dice, die Griechen mit „OPA!“, Serbien, Armenien und Spanien. Weit hinten dürften Russland und Großbritannien landen.

Neu in diesem Jahr und hitzig diskutiert: Bereits vom ersten Lied an bis 15 Minuten nach dem letzten Auftritt können die erwarteten 120 Millionen Zuschauer in ganz Europa für alle Teilnehmer anrufen – außer für ihren eigenen Kandidaten. Ein Nachteil für Spätstarter wie Lena (22.)? Svante Stockselius von der European Broadcasting Union (EBU) versichert: „Nein. Jedes Lied hat seine Zeit.“ EBU-Studien und Halbfinal-Statistiken der Kölner Firma Digame, die die Anrufe europaweit auswertet, zeigten: Die Zuschauer warten ab, bis sie alle Lieder gehört haben.

Erstmals sind wieder nationale Jurys im Einsatz. Ihr Urteil zählt zu 50 Prozent. Klingt einfach, ist aber verzwickt: Publikum und Jury wählen jeweils, welchem Land sie wie viele Punkte geben. Daraus ergeben sich zwei Top-Zehn-Listen pro Land, die wie folgt kombiniert werden: Digame ermittelt, welches Land von Jury und Publikum zusammen wie viele Punkte erhalten hat. Das Land mit den insgesamt meisten Punkten bekommt dann die neue Höchstwertung von zwölf Punkten, das nächste zehn Punkte und so weiter. Bei Punktegleichstand zählt das Publikumsvoting mehr als das der Jury.

Und die Schuhfrage? Ist entschieden. "Ich trage schwarze Schuhe, weil ich eine schwarze Seele habe." Und dann lacht sie.