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Panorama 19 Tote bei Massenpanik in Fußballstadion
Nachrichten Panorama 19 Tote bei Massenpanik in Fußballstadion
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15:20 30.03.2009
Für 35.000 Menschen ist das Stadion gedacht, 50.000 wurden eingelassen. Quelle: Issouf Sanogo/afp
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Kurz vor Beginn eines WM-Qualifikationsspiels in Abidjan drängten am Sonntag tausende Menschen in das bereits überfüllte Stadion und trampelten gestrauchelte Fans nieder, wie Sicherheitskräfte am Montag mitteilten. Ursprünglich hatte es geheißen, eine Mauer sei eingestürzt.

Suchanzeigen nach Vermissten, herrenlose Schuhe und das eingedrückte Metalltor in der Südkurve des Stadions zeugten am Montag von dem Drama. Dagegen waren alle Außenwände intakt - das Stadion selbst durfte niemand betreten. Ärzte hatten in der Nacht berichtet, eine Mauer habe nachgegeben und hunderte Fans buchstäblich unter sich begraben.

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Auch einen Tag nach dem Spiel in der Wirtschaftsmetropole des westafrikanischen Staats war der genaue Hergang unklar. Wachleute berichteten, schon seit dem Morgen hätten sich vor dem erst kürzlich renovierten Stadion lange Schlangen von Fans gebildet, die das Spiel ihrer Mannschaft nicht verpassen wollten. Kurz vor Beginn gegen 17.00 Uhr Ortszeit war das für 35.000 Zuschauer angelegte Stadion bereits überfüllt, tausende Fans aber wollten noch hinein. Augenzeugen zufolge hatten die Ordnungskräfte für Geld auch Fußballbegeisterte eingelassen, die keine Eintrittskarten besaßen.

Vor allem erboste Ticket-Besitzer drängten den Berichten zufolge mit aller Macht in das Stadion, um den Spielbeginn nicht zu verpassen. Sie stürzten über Treppenstufen und wurden von den nachstürmenden Fans niedergetrampelt. Ob die Polizei tatsächlich Tränengas einsetzte und die Lage damit noch schlimmer machte, wie ein Sanitäter berichtete, ließ sich zunächst nicht prüfen. Die Regierung kündigte für Montag eine Krisensitzung an, um die Schuldfrage zu klären.

Das Spiel gegen Malawi ging ungeachtet des Unglücks über die Bühne, die Gastgeber gewannen mit 5-0. Viele Fans der „Elefanten“, darunter auch Präsident Laurent Gbagbo, erfuhren von dem Drama erst nach dem Spiel.

afp