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87-Jährige brutal erstochen und Leiche im Koffer verstaut

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21:32 18.10.2019
Ein 24-Jähriger Afghane muss sich vor Gericht wegen Mordes verantworten. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp
Gera

Zehn Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Rentnerin in Jena-Winzerla beginnt am Montag der Mordprozess gegen ein 24-Jährigen. Laut Anklage soll der Mann am Mittag des 10. Januar in die Wohnung seiner Nachbarin gekommen sein. Anschließend habe er die 87-Jährige "mit massiver stumpfer Gewalt" traktiert und auf sie eingestochen, bis sie starb. Am Tag darauf soll er versucht haben, 7000 Euro vom Konto der Frau abzuzweigen. Einer Bankangestellten waren jedoch Ungereimtheiten bei der Unterschrift aufgefallen, so dass sie die Tochter der Seniorin informierte.

Leiche im Rollkoffer

Ermittler fanden die Leiche zwei Tage nach der Tat in einem Rollkoffer im Keller. Noch am selben Tag wurde der mutmaßliche Mörder vor einem Einkaufsmarkt in Erfurt gefasst. Laut Gericht war der Afghane 2011 als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen und hatte Asyl beantragt. Zunächst habe er in einem Kinderheim gelebt, später in dem Mehrfamilienhaus in Jena-Winzerla, hieß es.

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Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat er die 87-Jährige aus Habgier erschlagen. Zuvor habe ihm die Seniorin mehrfach kleinere Geldbeträge zugesteckt, um ihm zu helfen. Erst als er sie im November 2018 um 7000 Euro gebeten habe, angeblich um wegen des Todes seiner Mutter nach Afghanistan zu reisen, habe sie dies abgelehnt.

Vielzahl von DNA-Spuren

Die Anklage gegen den jungen Mann lautet auf Mord, versuchten Betrug und Urkundenfälschung. Wie das Internetportal Focus Online am Freitag berichtete, wird der Angeklagte durch eine Vielzahl von DNA-Spuren, Fingerabdrücke, Mobilfunkdaten und Videoaufnahmen belastet. So hätten die Ermittler DNA-Spuren von ihm am Körper des Opfers, im Innern des Rollkoffers sowie an Bettzeug, in das der Leichnam eingewickelt war, entdeckt.

Der Angeklagte sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Ein Urteil wird die 1. Strafkammer des Landgerichts wohl erst Anfang 2020 sprechen.

RND/dpa

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