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Panorama 93-Jährige in ihrem Haus getötet
Nachrichten Panorama 93-Jährige in ihrem Haus getötet
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20:40 21.12.2010
Von Karl Doeleke
In seinem Haus in Sittensen wurde ein 77-Jähriger von fünf Männern überfallen. Quelle: dpa
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Eine 93-jährige Frau aus Nordenham ist am späten Montagabend von Nachbarn tot in ihrem Haus gefunden worden. Die Polizei im Kreis Wesermarsch geht davon aus, dass die Rentnerin getötet worden ist. „Wir haben heute eine 20-köpfige Mordkommission eingerichtet“, sagte am Dienstag Polizeikommissarin Birte Heimberg. „Zum jetzigen Ermittlungsstand gehen wir davon aus, dass jemand gewaltsam in das Haus eingedrungen ist und die Seniorin im Verlauf des Tatgeschehens geknebelt hat.“

Die Tat ist bereits der dritte Raubüberfall in einem Wohnhaus in Nordniedersachsen innerhalb von zehn Tagen. Das Landeskriminalamt (LKA) geht derzeit aber nicht von einem neuen Phänomen aus. „Die Häufung der Taten hängt mit der dunklen Jahreszeit zusammen“, erklärte LKA-Sprecher Falco Schleier.

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Bereits am vorvergangenen Sonnabend hatten bisher unbekannte Täter ein Ehepaar in seinem Haus im 90 Kilometer entfernten Oldendorf im Kreis Stade überfallen, schwer misshandelt und beraubt. Der 50-jährige Mann kam dabei ums Leben, seine 51-jährige Ehefrau wurde schwer verletzt. Die Täter hatten von ihren Opfern ec-Karten und die dazugehörigen Geheimnummern erpresst. Am vergangenen Montag überfielen fünf Männer einen alleinstehenden Rentner in seinem Haus in Sittensen im Kreis Rotenburg, nahmen ihm unter Waffengewalt seine Geldbörse ab und versuchten einen Geldschrank zu öffnen. Bei dem Überfall kam ein 16-Jähriger ums Leben, dem der 77-Jährige, ein Jäger, in den Rücken geschossen hatte. Seine vier Komplizen sitzen in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Polizei im Kreis Wesermarsch steht die Todesursache der alleinstehenden 93-Jährigen noch nicht fest. Offen ist auch noch, ob aus dem Haus der Seniorin etwas entwendet wurde. Bis gestern Nachmittag war die Spurensicherung noch nicht abgeschlossen. Eine Obduktion soll klären, wie die Frau ums Leben gekommen ist. Ein Ehepaar, das sich regelmäßig um seine Nachbarin kümmerte, war am Montagabend gegen 23 Uhr zum Haus der Seniorin gegangen, weil sie nicht zu erreichen war. Dort fanden sie die Frau tot auf.

Die Polizei sucht derzeit nach einem Unbekannten, der in derselben Straße in Nordenham bereits am Sonnabend in ein Haus eingebrochen war. Es werde geprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gebe, sagte Polizeisprecherin Heimberg.

Die 40-köpfige Mordkommission in Stade sucht nach Angaben ihres Sprechers Rainer Bohmbach „auf Hochtouren“ nach zwei Verdächtigen, die für den Überfall in Oldendorf infrage kommen. In dem Zusammenhang habe es auch Gespräche mit der Mordkommission in Nordenham gegeben. Hinweise über einen möglichen Zusammenhang beider Taten gebe es derzeit aber noch nicht, erklärte auch Polizeikommissarin Heimberg in Nordenham. Bei beiden Taten setzten die Täter Klebeband ein, um ihre Opfer zu knebeln. Das allein sei aber kein ausreichendes Indiz für ein und denselben Täter, erklärte Polizeisprecher Bohmbach.

Das LKA hat in diesem Jahr 104 Fälle von schwerem Raub in Wohnungen für Niedersachsen gezählt. Zu Jahresbeginn habe es eine Spitze gegeben und auch jetzt wieder – was laut LKA mit der Jahreszeit zusammenhängt: „Im Dunkeln gibt es mehr Tatgelegenheiten“, heißt es.