Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Abgas tötet drei Menschen in Wiesbadener Wohnblock
Nachrichten Panorama Abgas tötet drei Menschen in Wiesbadener Wohnblock
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:19 24.11.2011
Der Tod kam schleichend: Austretendes Abgas einer defekten Heizung hat drei Menschen in Wiesbaden das Leben gekostet. Quelle: dpa
Anzeige
Wiesbaden

Abgas aus einer defekten Heizung hat drei Bewohner eines Wiesbadener Mehrfamilienhauses getötet. Sieben weitere Menschen erlitten am Donnerstag schwere Verletzungen. Nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war aus der Heizung hochgiftiges Kohlenmonoxid ausgetreten. „Wir gehen definitiv von einem Unfall aus“, sagte Polizeisprecherin Petra Volk. Nach der Räumung des Wohnblocks wurden etwa 20 Leichtverletzte ambulant behandelt. Wegen der Gefahr, die von der Heizung ausgeht, mussten die Hausbewohner vorläufig im Hotel untergebracht werden.

Der Tod traf eine türkische Familie, die im obersten Stock des Hauses wohnte. Als Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten die Tür aufbrachen, fanden sie den Vater (41), die Mutter (34) und den 14-jährigen Sohn sterbend an. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Die jüngsten Söhne (11 und 5) wurden im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt, einer von ihnen schwebte am Donnerstagnachmittag noch in Lebensgefahr.

Anzeige

Nach Polizeiangaben hatte morgens ein 23-jähriger Mann den Notarzt gerufen, weil er sich unwohl fühlte. Der Arzt stellte eine hohe Konzentration von Kohlenmonoxid im Blut des Mannes fest und alarmierte die Feuerwehr. Die Rettungskräfte brachten die Bewohner des Unglückshauses in Sicherheit und ließen auch die benachbarten Aufgänge räumen. Insgesamt wurden 36 Wohnungen evakuiert.

Die gasbetriebene Zentralheizung, gebaut 2006, liegt im Keller des Mehrfamilienhauses. Kriminalpolizei und Sachverständige begutachteten die Anlage. Experten schlossen nicht aus, dass die giftigen Gase Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2) durch ein Leck am Kessel oder am Schornstein ausgetreten sein könnten.

„Wir gehen davon aus, dass das Leck nicht erst heute in den Nachtstunden entstanden ist“, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Schulte. Einige Hausbewohner hätten bereits am Mittwoch über Übelkeit geklagt.
Am Donnerstagnachmittag leitete die Feuerwehr künstlichen Nebel in das Haus, um zu überprüfen, auf welchen Wegen sich das Gas ausbreitete. Die Obduktion der Toten dauerte bis zum Abend.

Der Vorstand der Hausverwaltung sagte auf dpa-Anfrage, er könne sich das Unglück nicht erklären. „Irgendetwas Ungewöhnliches muss vorgefallen sein.“ Nach Angaben eines Bewohners soll die Heizung in den vergangenen zwei Wochen einmal ausgefallen sein.

frx/dpa

Panorama Verbot von Wildtieren - Tiere suchen kein Zuhause
Stefanie Nickel 24.11.2011
Anzeige