Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Angeblicher Bombenbauer will Schadenersatz
Nachrichten Panorama Angeblicher Bombenbauer will Schadenersatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:22 24.11.2015
Ahmed Mohamed wurde zu Unrecht für einen Bombenbastler gehalten. Seine Anwälte fordern von der Schule des Jungen in Texas deshalb eine Entschädigung. Quelle: EPA/MICHAEL REYNOLDS
Anzeige
Washington

Der zu Unrecht als Bombenbauer verdächtigte US-Schüler Ahmed Mohamed fordert 15 Millionen Dollar (14,1 Millionen Euro) Schadenersatz. Der Vorfall von Mitte September habe ein "erhebliches seelisches Trauma" bei ihrem Mandanten ausgelöst, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Schreiben der Anwälte des 14-Jährigen. Sie forderten von seiner Schule in Irving im Bundesstaat Texas fünf Millionen und von der Stadt zehn Millionen Dollar. Wenn diese Forderung unbeantwortet bleibe, werde ein Prozess geführt.

Handschellen statt Anerkennung

Ahmed, ein Sohn sudanesischer Einwanderer, war Mitte September seine Bastelleidenschaft zum Verhängnis geworden. Der Jugendliche brachte einen selbst gebauten Wecker mit in die Schule, um einen Lehrer zu beeindrucken – statt jedoch dafür Anerkennung zu bekommen, wurde er von der Polizei in Handschellen abgeführt, weil ein Lehrer den Wecker für eine Bombe hielt.

Anzeige

Dreitägiges Schulverbot

Zunächst musste sich Ahmed wegen des Baus einer Bombenattrappe verantworten und bekam dann nach seiner Freilassung ein dreitägiges Schulverbot. Ein Foto des 14-Jährigen in Handschellen verbreitete sich rasend schnell im Internet, Mohameds Schule und der Polizei wurden Islamfeindlichkeit vorgeworfen.

Nach Katar gezogen

Die Anwälte erklärten nun, es sei eindeutig, dass Ahmed aufgrund seiner Herkunft und seiner Religion in diese Situation geraten sei. Der Jugendliche und seine Familie haben sich inzwischen im Golfemirat Katar niedergelassen, wo er ein gut dotiertes Stipendium erhielt.

Viele Prominente hatten auf den Fall reagiert, auch Barack Obama. Sein Sprecher Josh Earnest sagte im September, Ahmeds Arrest sei ein lehrreicher Moment für das ganze Land. "Wir müssen uns ein paar schwierige und bohrende Fragen stellen", falls Ahmed wegen seines muslimischen Hintergrunds arrestiert worden sei. Das Weiße Haus lud Ahmed ein. Barack Obama empfing ihn dann im Oktober in Washington.

afp

Panorama Zehn Tage nach Terroranschlägen - Sprengstoffgürtel nahe Paris entdeckt
23.11.2015
Panorama Lange Haftstrafe gefordert - Mann erschlägt Freund mit Tresor
23.11.2015
23.11.2015