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Panorama Angeklagte Mutter erstochener Kinder bringt sich um
Nachrichten Panorama Angeklagte Mutter erstochener Kinder bringt sich um
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12:41 30.08.2011
Eine wegen der Tötung ihrer zwei Töchter angeklagte Mutter hat sich das Leben genommen. Quelle: Tim Schaarschmidt (Symbolbild)
Langelsheim/Goslar

Eine wegen der Tötung ihrer zwei Töchter angeklagte Mutter hat sich das Leben genommen. Die Familientragödie bleibt damit ohne juristische Folgen. Die 34-Jährige aus Astfeld bei Goslar hätte sich am 19. September vor dem Braunschweiger Landgericht verantworten müssen. Die psychisch kranke Frau hatte ihre vier Monate und fünf Jahre alten Töchter am 12. April mit einem Messer erstochen. Die Zwillingsschwester der Fünfjährigen konnte sich zu ihren Großeltern in das Nachbarhaus retten.

Die „Goslarsche Zeitung“ (Dienstag) hatte berichtet, dass sich die Frau im Maßregelvollzug Moringen bei Göttingen am Donnerstag das Leben genommen hat. Die Frau sei morgens noch zur Medikamentenübergabe gekommen, sagte Ministeriumssprecher Thomas Spieker am Dienstag. Die Klinik habe die Möglichkeiten eines Selbstmordes mit verschiedenen Maßnahmen eingeschränkt. „Die Frau wurde auch engmaschig kontrolliert“, sagte Spieker. Dennoch sei es ihr zwischen zwei Kontrollen gelungen, sich in ihrem Zimmer das Leben zu nehmen. Es gebe momentan keinen Hinweis auf ein Verschulden der Klinik.

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Das Landgericht hatte zunächst mit Hilfe eines Sachverständigen klären sollen, ob die 34-Jährige möglicherweise nur eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig war. Ihre weitere oder auch dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wäre dann möglich gewesen.

Die Frau hatte sich kurz nach der Geburt ihres Babys zu Jahresbeginn freiwillig in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen. Da es keinen Hinweis darauf gab, dass sie sich oder anderen gefährlich werden könnte, wurde sie entlassen.

Kurze Zeit später, am 12. April, tötete die Mutter von drei Kindern mit einem Messer die vier Monate alten Amelie und die fünf Jahre alte Laura. Deren Zwillingsschwester wurde ebenfalls verletzt, konnte jedoch zu ihren Großvater in das Nachbarhaus fliehen. Er fand die Leichen seiner Enkeltöchter und alarmierte die Polizei. Beide Kinder hatten massiv Blut verloren. Die apathisch wirkende Mutter hatte Schnittwunden an den Händen. Sie wurde festgenommen, konnte wegen ihrer psychischen Verfassung jedoch nicht vernommen werden.

Die Zwillingsmädchen und ihre kleine Halbschwester hatten verschiedene Väter. Im Oktober 2010 war die 34-Jährige vom Vater der Zwillinge, einem Lehrer, geschieden worden. Im Januar wurde das dritte Kind geboren. Schon kurz nach der Tat hatten die Ermittler den Eindruck, dass die alleinerziehende Mutter für Alltagsbelastungen seelisch nicht stabil genug war.

dpa