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Panorama Anklage im Mordfall Maria: Täter wollten sehen, wie ein Mensch stirbt!
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Anklage im Mordfall Maria: Täter wollten sehen, wie ein Mensch stirbt!“

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19:13 15.07.2019
Nach dem Mord an Maria K. fand am 3. April in der Zinnowitzer Kirche eine Gedenkandacht für die junge Frau statt.
Nach dem Mord an Maria K. fand am 3. April in der Zinnowitzer Kirche eine Gedenkandacht für die junge Frau statt. Quelle: Tilo Waldrodt
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Zinnowitz

Anklage im Mordfall Maria K. aus Zinnowitz: Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat gegen die beiden Tatverdächtigen Nicolas K. (19) und Niko G. (21) Anklage wegen Mordes an der 18-jährigen Maria erhoben.

Die Anklage wurde in dieser Woche dem Landgericht Stralsund zugestellt. Die Behörde hat sich dazu noch nicht geäußert. Die beiden jungen Männer aus Zinnowitz sollen die junge Frau in der Nacht vom 18. zum 19. März in ihrer Wohnung in Zinnowitz erstochen haben. Maria K. war im dritten Monat schwanger, hatte ihre Mutter nach der Tat im Gespräch mit der OZ bestätigt.

Laut Aussage von Axel Vogt und René Neumeister, den beiden Pflichtverteidigern der mutmaßlichen Täter, haben sie am Freitag die Anklage samt dazugehöriger Akten in Schriftform erhalten. Die Staatsanwaltschaft Stralsund klagt beide Männer wegen Mordes an, so René Neumeister.

„Das kommt nicht überraschend, da für Mord bestimmte Merkmale erfüllt seien. Das ist zum einen Mordlust und zum anderen Heimtücke, also die Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers“, erläutert der Pflichtverteidiger. Verhandelt werden soll vor der Jugendstrafkammer des Landgerichtes, da einer der beiden mutmaßlichen Täter erst 19 Jahre alt ist und damit als heranwachsend gilt.

Mutmaßlichen Tätern droht lebenslange Haft

Den Tatverdächtigen droht, wenn das Landgericht die Anklage zulässt, lebenslange Haft. Für den 21-Jährigen könnte das mindestens 15 Jahre bedeuten, sofern allerdings eine besondere Schwere der Schuld während der Verhandlung festgestellt wird, auch deutlich länger. Sollte der Jüngere nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, muss er mit mindestens zehn Jahren Haft rechnen.

Tatwaffe noch immer verschwunden

Der Mord hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt, auch weil beide Tatverdächtigen wenige Tage nach dem Mord an einer Gedenkandacht für Maria in der Zinnowitzer Kirche teilgenommen hatten und hinterher am Strand feierten. Wochenlang hatten Kripobeamte und Spürhunde nach den Tätern gesucht, immer wieder Befragungen in Marias großem Freundes- und Bekanntenkreis durchgeführt.

Bei den Vernehmungen hatten sich die Tatverdächtigen immer mehr in Widersprüche verstrickt, sodass sich die Hinweise auf sie als mutmaßliche Täter verdichteten. Mitte April waren beide dann festgenommen worden. Die Suche nach der Tatwaffe durch Taucher in der Ostsee vor Zinnowitz und rund um die Seebrücke des Ostseebades blieb indes erfolglos.

Nikolas K. hat Mord gestanden

Nicolas K. ist seit Juni in einer forensischen Klinik untergebracht. Dort erfolgte die Begutachtung des 19-Jährigen im Hinblick auf die Schuldfähigkeit zur Tatzeit und die eventuelle Unterbringung im Maßregelvollzug statt oder neben einer möglichen Haftstrafe.

Nikolas K. hat während der Vernehmungen in der Forensik zugegeben, die 18-jährige Maria K. in der Nacht zum 19. März erstochen zu haben. Das bestätigte der Pflichtverteidiger des 19-jährigen Zinnowitzers, Axel Vogt, Mitte Juni auf Anfrage der Ostsee-Zeitung. Während der Verhandlung wird nun auch geklärt und gewichtet werden müssen, welche Rolle der andere mutmaßliche Täter Niko G. (21) bei dem Mord inne hatte. Er auch soll bis zum Verhandlungsbeginn noch forensisch begutachtet werden.

Laut Aussage der Pflichtverteidiger der mutmaßlichen Täter gibt es bereits einen ausgehandelten Terminfahrplan für den Prozess. Er soll am 20. August vor dem Landgericht beginnen. Bis zur vorgesehenen Urteilsverkündung am 30. August sind fünf Verhandlungstage anberaumt. Als Nebenklägerin in dem Prozess wird auch Steffi K., die Mutter der ermordeten Maria, auftreten.

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Von Cornelia Meerkatz/RND/dpa