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Panorama „Anna“-Darstellerin Silvia Seidel ist tot
Nachrichten Panorama „Anna“-Darstellerin Silvia Seidel ist tot
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21:34 06.08.2012
Von Christiane Eickmann
Silvia Seidel ist tot. Sie starb im Alter von 42 Jahren. Quelle: dpa
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München

Wer in den achtziger Jahren aufgewachsen ist, hat sie geliebt, die Weihnachtsserien im ZDF. „Timm Thaler“, „Silas“, „Jack Holborn“, „Patrick Packard“ oder „Anna“ hießen die Mehrteiler, zu denen sich Kinder und Jugendliche vor den Fernsehbildschirmen scharten. In Zeiten, in denen noch nicht jede Familie einen Videorekorder besaß, durfte keine Folge versäumt werden. Am Montag nun wurde bekannt, dass Silvia Seidel, Star aus der Ballettserie „Anna“ im Alter von nur 42 Jahren gestorben ist.

„Ich kann es traurigerweise nur bestätigen“, sagte ihre Agentin Cornelia Hartmann von der ZAV Künstlervermittlung am Montag in München. Damit bestätigte sie einen Bericht der Tageszeitung „tz“. Wie Seidel ums Leben kam, ist bisher nicht bekannt. „Wir haben keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden“, sagte am Montag lediglich ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München.

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Seidel war als junges Mädchen mit der Darstellung der talentierten Ballettschülerin Anna Pelzer berühmt geworden. Mit 17 Jahren begeisterte sie 1987 an der Seite des damaligen Teeniestars Patrick Bach in „Anna“ ein Millionenpublikum. Viele Mädchen ließen sich von der Ballettbegeisterung anstecken, wünschten sich rosafarbene Tutus und stürmten die Ballettschulen. Der Kinofilm „Anna“ folgte bereits ein Jahr später.

Und es gab Preise: die Goldene Kamera und einen Bambi. Doch „Anna“ entwickelte sich für Seidel zu einem Fluch. 1989 drehte sie in den USA unter der Regie von Ted Mather den Film „Ballerina“ (im Original: „Faith“), in dem sie ebenfalls eine Tänzerin spielt. Doch in Amerika konnte Seidel nicht Fuß fassen, dort war 1987 mit dem Kinofilm „Dirty Dancing“ eine ganz eigene US-amerikanische Tanzwelle losgetreten worden. Und auch in Deutschland konnte Seidel nie mehr an die „Anna“-Zeit anknüpfen. 1992 dann kam eine persönlicher Schicksalsschlag hinzu: Die Mutter der jungen Frau beging Selbstmord.

Seidel spielte später vor allem kleinere Fernsehrollen und an Boulevardtheatern. So war sie unter anderem in der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ und bei den „Rosenheim Cops“ zu sehen. Im März 2011 wurde bekannt, dass sie finanzielle Probleme hatte. „Ich bin oft arbeitslos und weiß dann nicht, wovon ich die Miete zahlen soll“, sagte sie damals der Zeitschrift „Freizeit Revue“. „Ich bin schon froh, wenn ich als freier Schauspieler überhaupt Arbeit bekomme. Es ist schwer, davon zu leben.“
Allerdings scheint es in jüngster Zeit wieder besser für Seidel gelaufen zu sein. Im Herbst wäre sie nach Angaben ihrer Agentin mit einem Theaterstück auf Tournee gegangen.

 (mit: dpa)

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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