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Panorama Annie Lennox erhält Friedenspreis
Nachrichten Panorama Annie Lennox erhält Friedenspreis
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15:42 10.11.2009
Annie Lennox Quelle: ddp
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Vor einigen Jahren war das auf der ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island, wo der Ex-Präsident Südafrikas vor die Weltpresse trat und die sich vor allem in Afrika rasch ausbreitende Krankheit als „Völkermord“ bezeichnete. „Von diesem Zeitpunkt an war ich entschlossen, so viel wie möglich zu tun, um auf diese Krise aufmerksam zu machen“, schildert die 54-Jährige die Anfänge ihres Engagements für Mandelas weltweite Anti-Aids-Kampagne “46664“ - seiner Häftlingsnummer auf Robben Island.

In der Folge unternahm Lennox mehrere Reisen nach Afrika - zum Beispiel im Jahr 2005, als sie nach Uganda fuhr, um einen Kurzfilm für die Kampagne „Make Poverty History“ zu machen. In ihrem im „Daily Telegraph“ veröffentlichten Reisetagebuch schrieb Lennox über den Besuch bei einer lokalen Organisation, die Aids-Kranke unterstützt: „Sie singen und tanzen für uns - bewegende Lieder, einige auf Englisch, einige in ihrer Muttersprache, selbstkomponierte Lieder über ihre Situation, darüber, wie sie sie gemeinsam bekämpfen wollen und über ihre Angst vor Stigmatisierung.“ Die Überschrift über ihrem Tagebuch lautete damals: „I’ll be singing for the people of Uganda.“

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Zwei Jahre später verwirklichte die Schottin, die in den 80er Jahren mit David Stewart als Pop-Duo Eurythmics Erfolge feierte und Hits wie „Sweet Dreams“ und „There Must Be an Angel“ landete, dieses Vorhaben. Für das Lied „Sing“ auf dem Album „Songs of Mass Destruction“ konnte Lennox zahlreiche Musikerinnen von Rang zum Mitmachen bewegen, unter anderen Madonna, Celine Dion, Shakira, Melissa Etheridge und Sarah McLachlan. Bisher wurden durch den Verkauf des Titels mehr als 100.000 Britische Pfund (rund 110.000 Euro) eingenommen. Weitere Einnahmequellen sind Versteigerungen und Spenden.

Bei ihrem Engagement liegen Annie Lennox vor allem die afrikanischen Frauen am Herzen. „Von zehn Infizierten sind sechs Frauen“, hatte die zweifache Mutter vor Jahren bei einem Benefiz-Konzert in Südafrika gesagt und kritisiert: „In dieser Gesellschaft sind Frauen machtlos und verletzlich den Launen der Männer ausgesetzt, die sich weigern, sicheren Sex zu haben und Kondome zu benutzen.“

Skeptikern der immer größer werdenden Zahl an Prominenten, die sich für wohltätige Zwecke engagieren, entgegnet sie: „Es kümmert mich nicht, was sie sagen, solange ich etwas bewirken kann.“ Natürlich gebe es eine Menge Möchtegern-Prominente, die durch öffentlichkeitswirksame Wohltaten Bekanntheit erreichen wollten, aber auch „aufrichtige und ehrliche“, sagte sie erst kürzlich in einem Gespräch mit der Zeitschrift „Holyrood“. Dass Lennox selbst als besonders glaubwürdig gilt, führt sie darauf zurück, dass sie sich in ihrer erfolgreichen Zeit mit den Eurythmics nicht von allen möglichen Firmen und Produkten habe vereinnahmen und vermarkten lassen.

Für ihren Einsatz erhält Lennox, die seit vielen Jahren auch Botschafterin der Entwicklungsorganisation „Oxfam“ ist, nun den Friedenspreis beim 10. Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger. Er wird ihr am 11. November (13.00 Uhr) im Roten Rathaus in Berlin von dem ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion, Michael Gorbatschow, überreicht.

Die Friedensnobelpreisträger zeichnen jedes Jahr eine bedeutende Persönlichkeit aus der Kunst- und Unterhaltungsbranche aus, die sich besonders um den Schutz von Menschenrechten, den Weltfrieden und um Solidarität bemüht. In den vergangenen Jahren waren unter anderem U2-Frontmann Bono, der Schauspieler George Clooney sowie Peter Gabriel ausgezeichnet worden.

ddp