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Panorama Anschlagsversuch auf Deutsche-Bank-Chef Ackermann
Nachrichten Panorama Anschlagsversuch auf Deutsche-Bank-Chef Ackermann
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13:23 08.12.2011
Foto: Anschlag auf Ackermann? In der Poststelle der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt war eine verdächtige Sendung aufgetaucht, die an den Aufsichtsratsvorsitzenden adressiert war.
Anschlag auf Ackermann? In der Poststelle der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt war eine verdächtige Sendung aufgetaucht, die an den Aufsichtsratsvorsitzenden adressiert war. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Der persönlich an Ackermann adressierte DIN-A-5-Umschlag war am Mittwoch in der Poststelle der Deutschen Bank aufgefallen und rechtzeitig von Spezialisten des LKA und der Polizei entschärft worden.

Hinweise auf den oder die Täter und ein Motiv gab es zunächst nicht. „Wir haben keinen Hinweis, dass noch irgendwo anders Briefbomben eingehen sollten“, sagte LKA-Sprecher Udo Bühler.  Wo der Brief aufgegeben wurde, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Angaben aus Finanzkreisen, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) als Absender auf dem Kuvert angegeben worden sei, widersprach er jedoch. Die Untersuchungen über die Menge und die Art des explosiven Pulvers sowie des Zünders dauerten noch an. Das LKA werde aber auch nach deren Abschluss keine Einzelheiten nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Der sprengstoffverdächtige Brief war am Mittwoch in der Poststelle der Deutschen Bank geröntgt worden. Dabei wurden Drähte und Metallteile der Zündvorrichtung und des Auslösers entdeckt, berichteten Ermittler. Die Polizei wurde informiert und Experten des LKA hinzugezogen. „Das war kein Sprengstoff, weder militärischer oder gewerblicher“, sagte ein Polizeisprecher. Das Pulver hätte beim Öffnen des Umschlags „aber mit Sicherheit gefährlich werden“ und Verbrennungen an Hand, Gesicht und Oberkörper verursachen können. „Ziel war es, eine Person zu schädigen.“ Möglicherweise sei das Pulver selbst hergestellt worden, oder es stamme aus einem Feuerwerkskörper oder einer Vogelschreckpatrone.

Ackermann, der seit rund neuneinhalb Jahren an der Spitze der Deutschen Bank steht, ist einer der umstrittensten Banker Deutschlands. Doch unter Bankern - Ackermann ist unter anderem Präsident des internationalen Bankenverbandes IIF - und Politikern hat sein Wort Gewicht. Ohne Staatshilfe führte er den Dax-Konzern durch die Finanzkrise.

Die Deutsche Bank habe die Mitarbeiter an all ihren Standorten informiert und die Sicherheitsvorkehrungen erhöht, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Einzelheiten nannte er nicht. Nach der Briefbombe war auch die Finanzmetropole New York in erhöhter Alarmbereitschaft. Es gebe aber keine spezifische Bedrohung, die damit zusammenhänge, hieß es dort.

Ob sich das FBI in die Ermittlungen eingeschaltet hat, war in Deutschland zunächst unklar. Die „New York Times“ berichtete in ihrem „Dealbook“-Blog, das FBI arbeite mit den deutschen Behörden zusammen. Die New Yorker Polizei verschickte eine Warnung an Wall-Street-Unternehmen, dass sie bei Paketen „besonders vorsichtig“ sein sollten. Die Polizei in New York verstärkte die Sicherheit in der Finanzmetropole. Sie habe zusätzlich zu den Streifen rund um die Büros der Deutschen Bank in der Stadt 10.000 Sicherheitsleute alarmiert.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.