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Panorama Kommando Fahnen runter!
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22:09 18.06.2014
Von Reinhard Urschel
Aufklärung: Die Fahnendiebe begründen ihre Aktion. Quelle: privat
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Berlin

Wir schreiben das Jahr 2014. Ganz Deutschland freut sich über eine muntere Fußballweltmeisterschaft in Brasilien und drückt auf vielfältige Weise seine Unterstützung für die eigene Mannschaft aus. Ganz Deutschland? Nein, eine kleine verschworene Truppe widersteht dem oberflächlichen Freudentaumel und macht sich nächtens auf, das Volk zu belehren und zu erziehen.

Das Volk ist nämlich dumm und weiß nicht, was es tut, wenn es Autos, Fahrräder, Balkone, ja sogar die Karren unschuldiger Kinder mit schwarz-rot-goldenem Stoff behängt, beflaggt oder umwickelt. Wer so etwas tut, schürt den Nationalismus. Und wo das endet, das wissen wir Deutschen ja doch wohl, oder?

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Die Fähnchen sollen ja der deutschen Nationalmannschaft (haben wir je darüber nachgedacht, was für ein martialischer Begriff das ist?) die Unterstützung aus der Heimat (noch so ein Wort zum Schaudern) zeigen. Zuerst in Berlin, dann im Rheinland und rasch bundesweit werden sie seit ein paar Tagen abgebrochen. Die Fahnendiebe tun das aus höherer Einsicht. Und sie hinterlassen stets eine Aufklärungsschrift: „Lieber Autofahrer / Liebe Autofahrerin. Ich habe ihre Deutschland-Fahne entfernt. Egal aus welcher Motivation sie diese Fahne angebracht haben, sie produziert in jedem Fall Nationalismus.“

Nun könnte man geneigt sein, diesen moralisch-empörten Blockwart-Ton für „typisch deutsch“ zu halten, aber nein doch. Der Versuch autoritärer (Volks-)Erziehung passt längst nicht mehr in die bunte Republik Deutschland. Im Gegenteil. Solch ein spielerischer Umgang mit den Nationalfarben wie in diesen Tagen wirkt geradezu wie eine Schutzimpfung gegen Ansteckung mit dem völkischen Virus. Die offensichtlich weit links gestrickten Volkserzieher vom Kommando Fahnen runter liegen mit ihrer Schmähung von Schwarz-Rot-Gold auch historisch daneben, nämlich auf der Seite der Nazis, die die republikanischen Farben gehasst haben. Muss man als Gesinnungstäter aber nicht wissen.

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