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Panorama Archäologen entdecken neue Spuren von altem Hildesheimer Dom
Nachrichten Panorama Archäologen entdecken neue Spuren von altem Hildesheimer Dom
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19:27 04.02.2011
Archäologen graben am Freitag an der Ausgrabungsstätte neben dem Dom in Hildesheim.
Archäologen graben am Freitag an der Ausgrabungsstätte neben dem Dom in Hildesheim. Quelle: dpa
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Archäologen haben bei Ausgrabungen neben dem Hildesheimer Dom frühe Spuren einer Vorgängerkirche gefunden. Die Forscher entdeckten unter der heutigen Antoniuskapelle Mauerreste des Gunthardoms aus der Zeit um 825, sagte Diözesankonservator Karl Bernhard Kruse am Freitag. Der erste Bischof von Hildesheim, Gunthar, baute damals die erste Kathedralkirche Hildesheims. Nach der Bistumsgründung im Jahr 815 war auf dem Domhügel zunächst nur eine Marienkapelle gebaut worden.

Die Grabungen bestätigten nun nicht nur die Lage des Gunthardoms, sondern lieferten auch erstmals Informationen über dessen Ausmaße: Er war insgesamt 14 Meter breit. Der erste Dom in Lage und Dimension der heutigen Kirche wurde 872 von Bischof Altfried gebaut.

Auch Mauern eines Kreuzgangs aus karolingischer Zeit fanden die Archäologen. Er wurde laut Kruse bis ins 15. Jahrhundert genutzt, als die Antoniuskapelle gebaut wurde. Im 17. Jahrhundert wurde die Kapelle als Schule genutzt und noch einmal umgebaut. Diese späteren Bauarbeiter bedienten sich dabei offenbar an den alten Fundamenten, wie Kruse erklärt: „Die nutzten das als billigen Steinbruch.“ Dies habe seinen Mitarbeitern nun die Arbeit erschwert.

Bei den Ausgrabungen wurden auch erneut Gräber gefunden. Rund 40 Leichen, vermutlich aus dem 17. - 19. Jahrhundert, bargen die Forscher unter dem Boden. „Da sind nicht nur Geistliche bestattet worden, sondern alle Menschen, die am Domhof gewohnt haben“, vermutet Kruse. Die Skelette sollen nun von Forschern der Universität Hildesheim genauer unter die Lupe genommen werden.

Die Grabungsarbeiten finden im Rahmen der Domsanierung statt. Sie soll rechtzeitig vor dem Bistumsjubiläum im Jahr 2015 abgeschlossen sein. Insgesamt werden den Planungen zufolge rund 30 Millionen Euro in die umfassende Sanierung von Kirche und Dommuseum fließen. Der Dom gehört gemeinsam mit der benachbarten Michaeliskirche zum Welterbe der UNESCO.

dpa