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Panorama Auskunftszentren der Bahn bundesweit geschlossen
Nachrichten Panorama Auskunftszentren der Bahn bundesweit geschlossen
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12:04 07.10.2011
Am Freitag bleiben die Reisezentren der Deutschen Bahn geschlossen, Fahrkarten sollten unter anderem an Fahrkartenautomaten gekauft werden. Quelle: dpa
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Berlin

Bahn-Fahrgäste vor verschlossenen Türen: Viele Reisezentren der Deutschen Bahn sind am Freitag bundesweit über Stunden geschlossen geblieben - mit Ausnahme von Hamburg und Schleswig-Holstein. Grund waren Betriebsversammlungen, bei denen die Bahn-Mitarbeiter über den geplanten Stellenabbau in den Reisezentren informiert werden sollten. Die Reisenden mussten auf Fahrkartenautomaten ausweichen - oder ihr Ticket im Zug kaufen.

„Die Kunden nehmen es gelassen hin“, sagte Oliver Kaufhold, Sprecher der Verkehrsgewerkschaft EVG, in Berlin. Ein Bahnsprecher bestätigte, die Erfahrung der Betriebsversammlungen in Norddeutschland vom Vortag zeige, dass die Fahrgäste weitgehend gelassen reagierten.

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Die Bahn hatte angekündigt, dass in den bundesweit 400 DB-Reisezentren bis 2016 rund 700 der 2350 Stellen gestrichen werden sollen. Entlassungen soll es jedoch nicht geben.

Angesichts der geschlossenen Reisezentren helfe zusätzliches Personal den Menschen an den Automaten, in den Fernzügen könnten die Fahrgäste Tickets ohne Aufschlag kaufen, sagte der Sprecher. Außerdem sei eine Hotline geschaltet worden. Die Betriebsversammlungen begannen nach Angaben der Bahn in verschiedenen Städten um 10.00 Uhr und sollten bis etwa 15.00 Uhr dauern.

Die EVG kritisierte die geplanten Stellenstreichungen. „Wir sehen das seit Jahren als Holzweg“, sagte Kaufhold. „Die Menschen am Schalter sind ein Stück weit das Gesicht der Bahn.“ Die Bahn will allerdings kein Reisezentrum schließen. „Die Präsenz bleibt erhalten“, betonte der Bahnsprecher.

Als Begründung für den vorgesehenen Stellenabbau führte das Unternehmen an, dass immer mehr Fahrgäste ihre Tickets im Internet kaufen. Der Fahrkartenverkauf sei etwa um die Hälfte geringer als vor fünf Jahren, sagte der Bahn-Sprecher. Der Konzern rechnet damit, dass der Umsatzanteil der Reisezentren beim Ticketverkauf bis 2016 von derzeit 22 auf 17 Prozent zurückgeht.

dpa/sag

Dieser Artikel wurde aktualisiert.