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Panorama BGH bestätigt Urteil im Holzklotz-Prozess
Nachrichten Panorama BGH bestätigt Urteil im Holzklotz-Prozess
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11:24 20.01.2010
Nikolai H. muss lebenslänglich hinter Gittern.
Nikolai H. muss lebenslänglich hinter Gittern. Quelle: ap (Symbolbild)
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Der Holzklotz-Mörder Nikolai H. muss lebenslänglich hinter Gitter. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil des Landgerichts Oldenburg vom Mai 2009 bestätigt. Der zuständige 4. Senat habe keine Rechtsfehler in dem Urteil festgestellt, teilte der BGH am Mittwoch mit. Damit blieb die Revision von Nikolai H. erfolglos. Er hatte zugegeben, am Ostersonntag 2008 bei Oldenburg einen knapp sechs Kilogramm schweren Holzklotz von einer Brücke auf die Autobahn 29 geworfen zu haben. Der Klotz durchschlug die Scheibe eines Autos und tötete eine 33-Jährige aus Nordrhein-Westfalen vor den Augen ihrer Familie. Später widerrief er das Geständnis. (Az.: 4 StR 536/09)

Das Landgericht Oldenburg hatte den drogensüchtigen Mann wegen Mordes, dreifachen versuchten Mordes und vorsätzlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu lebenslanger Haft verurteilt. Es stütze sich dabei wesentlich auf seine Geständnisse bei der Polizei und beim Ermittlungsrichter. Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Der Verteidiger hatte in dem Indizienprozess auf Freispruch plädiert, weil die Beweise für die Schuld seines Mandanten nicht ausreichten.

Nikolai H. hatte das Verbrechen bei der Polizei zugegeben, das Geständnis später aber widerrufen. Der Heroinabhängige hatte während der mehr als 30 Verhandlungstage geschwiegen und auch sein Recht auf das letzte Wort nicht genutzt. Nach Ansicht des Verteidigers hätte das Geständnis seines Mandanten nicht verwertet werden dürfen.

lni

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