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Panorama Backenbart-Weltmeister kann nicht ohne Strohhalm trinken
Nachrichten Panorama Backenbart-Weltmeister kann nicht ohne Strohhalm trinken
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11:03 26.08.2011
Dieter Besuch ist amtierender „Backenbart-Freistil“-Weltmeister. Quelle: dpa
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Olpe

Ob Vollbart oder Schnauzbart: Die Deutschen sind in Sachen Gesichtshaar neben den Amerikanern führend. Einer ist der „Backenbart-Freistil“-Titelträger Dieter Besuch. „Ohne meinen „Alltagsbart“ gehe ich nicht aus dem Haus“, sagt er. Das bedeutet, dass Besuch morgens im Bad mindestens eine halbe Stunde lang seine auf beiden Wangen wachsende 80 Zentimeter lange Haarpracht wäscht, föhnt und legt.

Für Wettkämpfe legt seine Friseurin sogar mehrere Stunden Hand und jede Menge Festiger an, bis jedes Haar optimal liegt. „Das kann ich im Alltag gar nicht machen“, sagt Besuch. Denn das filigrane Kunstwerk, mit dem er im Mai im norwegischen Trondheim den Weltmeistertitel im „Backenbart-Freistil“ holte, ist sehr zerbrechlich. Ehefrau Christiane sagt über ihren Mann: „Er kann dann nichts essen oder nur mit Strohhalm trinken.“

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Der Bart ist im Beruf nicht hinderlich

Im normalen Leben leitet der 54-jährige Ingenieur eine Firma, die Präzisionsteile herstellt. „Mein Bart ist dabei nicht störend", sagt er. Im Gegenteil. Man habe auch mit Kunden immer sofort ein Gesprächsthema. Denn die beiden imposanten Haartollen an Besuchs Wangen sind natürlich nicht zu übersehen.

Christiane Besuch kennt ihren Mann seit 1978 fast nur mit Bart. Nur einmal tauchte er plötzlich glatt rasiert vor ihr auf. „Da hat er sich beim Rasieren eine Ecke reingeschnitten und ihn dann ganz abgenommen“, sagt die 56-Jährige. Doch das ist schon einige Jahre her. „Das war ein ganz anderer Mann. Da hab ich nur gedacht: Hoffentlich wächst der schnell wieder.“

Dass ihr Mann beim Einkaufen oder auf Reisen Aufmerksamkeit erregt, findet sie nicht schlimm. Häufig gehe sie absichtlich ein paar Schritte hinter ihrem Gatten. „Das ist schon lustig, dann mitzubekommen, was die Leute tuscheln.“ So wie jüngst im Baumarkt: Da habe ein etwa vierjähriger Steppke mit offenem Mund vor ihrem Mann gestanden und dann bewundernd gesagt: „Alter Schwede!“

Sieben Titel der 17 WM-Kategorien haben Deutsche geholt

Besuch ist nicht der einzige deutsche Bart-Weltmeister. Insgesamt werden die alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften in 17 Kategorien ausgetragen. „Sieben der Titel haben Deutsche geholt“, sagt der Vizepräsident des Verbandes deutscher Bartclubs, Lutz Giese. Er selbst hat den weltschönsten Chinesenbart. „Neben den Deutschen sind die Amerikaner seit einigen Jahren führend“, sagt er. Insgesamt waren 200 Teilnehmer zur WM des Weltverbandes der Bärte (WBMA) angereist.

Und während Besuch im Alltag mit einem zumindest etwas weniger aufwendig gestylten Bart unterwegs ist, gehen Giese und einige seiner Kollegen nie aus dem Haus, ohne dass jedes Haar sitzt. „Wir sind halt Überzeugungstäter“, sagt Giese und lacht.

Berühren verboten!

Aufmerksamkeit ist so oder so garantiert. Beispielsweise von türkischen Männern, die den Bartträgern anerkennend auf die Schulter klopfen. „In deren Kulturkreis ist ausgeprägter Bartwuchs ein Zeichen besonderer Männlichkeit“, erläutert Dieter Besuch. Und der Olper lächelt vermutlich auch aus Hunderten Urlaubsalben asiatischer Touristen: „Die möchten immer gern ein Foto mit mir zusammen haben.“ Das mache er dann auch gern.

Verboten ist hingegen das Berühren. „Frauen wollen den Bart meist mal anfassen." Doch da gibt es dann ein freundliches, aber bestimmtes „Nein“. Außer seiner Ehefrau Christiane dürfen das nur die Kampfrichter, sagt Besuch.

dpa

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