Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Bahn entdeckt weiteren Brandsatz in Berlin
Nachrichten Panorama Bahn entdeckt weiteren Brandsatz in Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:16 11.10.2011
In Berlin ist am Dienstag ein weiterer Brandsatz an einer S-Bahn-Strecke gefunden worden. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Zuvor hatte die Bahn berichtet, ein Mitarbeiter habe Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit entdeckt. Darin sei nach ersten Informationen die gleiche Flüssigkeit wie in Behältern, die am Montag an Gleisen in der Nähe des Hauptbahnhofs sichergestellt worden waren. Womöglich handelt es sich um Benzin.

"Die Deutsche Bahn ist Opfer extremistischer Täter. Unsere Kontrollen haben jedoch gegriffen", sagte Gerd Neubeck, Leiter der Bahn-Konzernsicherheit am Dienstag. "Grundsätzlich ist und bleibt die Bekämpfung gewaltbereiter Gruppen Aufgabe des Staates." Festnahmen gab es bislang nicht, sagte ein Polizeisprecher in Berlin. Verletzt wurde bisher niemand.

Anzeige

Die neuen Brandsätze in Berlin sollten nach Polizeiangaben Versorgungsleitungen treffen. Spezialisten machten sie unschädlich. Die Brandsätze wurden abtransportiert und sollen nun kriminaltechnisch untersucht werden. Möglicherweise verhinderte das feuchte Regenwetter die Zündung.

Der Zugverkehr war kurzzeitig unterbrochen. Betroffen waren nach Angaben der Bahn mehrere Berliner S-Bahnlinien und Regionalzüge, aber keine Fernzüge. Ein Sprecher sagte, die Suche nach möglicherweise weiteren Brandsätzen gehe weiter. Bislang sei zu dem Fall kein neues Bekennerschreiben bekannt, hieß es bei der Berliner Polizei.

Nach dem ersten Brandanschlag war am Montag ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Eine linksextreme Gruppe hatte gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan protestiert. In der im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, "Sabotagehandlungen an mehreren Kabelschächten" sollten die Hauptstadt "in den Pausenmodus" zwingen.

Inzwischen wurde bekannt, dass in Brandenburg in der Nähe des in der Nacht zum Montag gezündeten Brandsatzes ein weiterer gefunden wurde. Dieser werde immer noch analysiert, sagte ein Sprecher des brandenburgischen Landeskriminalamtes.

Durch den Brandanschlag bei Berlin und die versuchte Attacke am Hauptbahnhof verspäteten sich seit Montag mehr als 300 Züge um teils weit mehr als eine Stunde, einige fielen komplett aus. Betroffen waren hauptsächlich Züge in Berlin und Brandenburg sowie die Strecke Berlin-Hamburg.

Durch einen "Dominoeffekt" kamen auch Fern- und Regionalzüge Richtung Westen und Süden nicht pünktlich an. Kleinere Störungen werde es bis Mittwoch geben, sagte ein Bahnsprecher am Dienstag.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting sagte in der RBB-Abendschau: "Es ist großer Unsinn, wenn Linksextremisten sagen, dass sie keinem Menschen schaden wollen. (...) Es ist Gewalt gegen uns alle."

Die Gewerkschaft der Polizei forderte mehr Personal für Verfassungsschutz und polizeilichen Staatsschutz. Die Politik müsse die Warnungen des Verfassungsschutzes ernst nehmen. "Auch der RAF-Terror hat mit der verharmlosenden sogenannten Gewalt gegen Sachen begonnen", sagte der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut. "Später wurden Menschen ermordet."

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa

Panorama Anleitung zum Proll - Der Atzenkodex
11.10.2011
Tobias Morchner 10.10.2011