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Panorama Bahnreisender will Ticket seines Nachbarn sehen, weil der nicht „nach Erster Klasse“ aussieht
Nachrichten Panorama Bahnreisender will Ticket seines Nachbarn sehen, weil der nicht „nach Erster Klasse“ aussieht
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17:48 18.04.2019
Reisende in einem Großraumwagen der Ersten Klasse eines ICE. (Archivfoto) Quelle: picture-alliance/ dpa
Hannover

Ein Ticket der Ersten Klasse bringt Bahnreisenden einige Vorteile – mehr Beinfreiheit etwa, mehr Ruhe und gastronomischer Service am Platz. Eines garantiert allerdings auch ein Erste-Klasse-Ticket nicht: die freie Wahl des Sitznachbarn. Der passte einem Reisenden in einem Zug nicht, wegen seiner Kleidung vermutete er, dass der Nebenmann niemals ein Erste-Klasse-Ticket haben könnte – und holte den Schaffner. Der Betroffene, bei Twitter unter dem Pseudonym Westfuchs angemeldet, machte den Fall in dem sozialen Netzwerk publik.

Im ersten Tweet schildert Westfuchs, nach eigener Aussage mit Hoodie und einem Tetrapack Eistee unterwegs, ein Gespräch mit dem misstrauischen Mitreisenden. Er schreibt: Sitznachbar im Zug: „Hier ist die erste Klasse.“ – „Ja, das weiß ich.“ – „Sie dürfen hier nicht sitzen!“ – „Ich habe diesen Sitzplatz bezahlt und reserviert...?“ – „So sehen sie aber überhaupt nicht aus!“

Dann wird das Verhalten des Mitreisenden – „todschick mit Anzug, Krawatte und Lederschuhen unterwegs“ – noch unverschämter: Er will das Ticket von Westfuchs sehen. Und holt dann den Schaffner, „weil er mir nicht glaubt, dass ein Bahnticket auch in der Handy-App sein kann“.

Wenig später kommt tatsächlich der Zugbegleiter, scannt das Handy und sagt: „Stimmt alles. Vielen Dank und noch eine schöne Reise.“ Resultat: „Dem Typen neben mir ist die Kinnlade auf den Klapptisch gefallen“, twittert Westfuchs.

Die Tweets von Westfuchs wurden inzwischen tausendfach geliked, hundertfach geteilt und kommentiert – viele Nutzer berichten dabei von ähnlichen Erfahrungen: Dass sie aufgrund ihrer Kleidung das Gefühl bekommen hätten, in der Ersten Klasse nicht willkommen gewesen zu sein.

Westfuchs nimmt den Vorfall jedenfalls mit Humor, er twittert später: „Ich gelobe Besserung und trage beim nächsten Mal einen Zylinder und Monokel. So wie sich das für einen theoretischen Astrophysiker der Kosmologie in der ersten Klasse der Bahn gehört. Oder gleich Talar, Hut und Scherpe.“

Auf die Gesellschaft des misstrauischen Mitreisenden durfte Westfuchs übrigens für den Rest der Bahnfahrt verzichten: Der Anzugträger setzte sich nach dem unangenehmen Vorfall auf einen anderen Platz.

Von RND/seb

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