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Panorama Bankräuberin von Karlsruhe tötete sich selbst
Nachrichten Panorama Bankräuberin von Karlsruhe tötete sich selbst
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18:56 13.12.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Die Frau, die mit ihrem Partner am Freitag in der Karlsruher Innenstadt eine Bank überfallen hatte, hat sich bei dem Schusswechsel mit der Polizei selbst das Leben genommen. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft vom Montag ergab der vorläufige Obduktionsbericht, dass sich die 38-Jährige mit einem Schuss selbst getötet hat. Ihr 40 Jahre alter Partner war tödlich getroffen worden und nach der Versorgung durch den Notarzt wenige Minuten später gestorben.

Wie viele Schüsse fielen, blieb am Montag weiterhin unklar. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass es sich bei dem toten Täterpaar um die als „Gentlemen-Täter“ bezeichneten Räuber handelt. Letzten Aufschluss hierüber könne aber erst das erwartete Ergebnis der DNA-Analyse geben.

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Die „Gentlemen-Räuber“ hatten in den vergangenen 15 Jahren bei 20 Überfällen auf Banken in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg rund zwei Millionen Euro erbeutet. Der letzte Überfall hatte sich im Juli auf eine Sparkassenfiliale in Karlsruhe ereignet. Der Ausdruck „Gentlemen-Räuber“ geht darauf zurück, dass die Bankräuber bei ihren ersten Taten einige Gegenstände zurückschickten, unter anderem Fahrzeugschlüssel und bei ihren Überfällen auf die Bankangestellten angeblich Rücksicht genommen haben.

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben das Hotelzimmer des Täterpaars noch am Freitagabend in Pforzheim ausfindig gemacht und dort weitere Hinweise zur Identität des aus Tschechien kommenden Paares gefunden. So wurden dort persönliche Papiere und Dokumente wie auch Kleidungsstücke beschlagnahmt.

Inzwischen werde auch in Tschechien zu den Hintergründen ermittelt. Dabei gehe es insbesondere um die Frage, inwieweit Verbindungen des Paares nach Deutschland vorhanden waren. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten Mitte der Woche über den aktuellen Ermittlungsstand umfassend informieren.

Die schwer verletzte Polizeibeamtin befindet sich laut Polizei weiter auf dem Weg der Genesung. Mit bleibenden Schäden durch den Oberschenkeldurchschuss sei nicht zu rechnen, die 28-Jährige müsse noch einige Tage in der Klinik bleiben.

dapd/dpa