Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Benedikt XVI. verurteilt in Israel neuen Antisemitismus
Nachrichten Panorama Benedikt XVI. verurteilt in Israel neuen Antisemitismus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:25 11.05.2009
Papst Benedikt XVI. ist zu einem fünftägigen Besuch in Israel eingetroffen. Quelle: afp/Jack Guez
Anzeige

Auf dem Flughafen von Tel Aviv beklagte der Papst, dass der Antisemitismus in vielen Teilen der Welt weiter sein „hässliches Haupt“ zeige: „Das ist absolut inakzeptabel.“ Zugleich rief er Israelis und Palästinenser zum Einsatz für den Frieden in der Region auf und sprach sich dabei für eine Zweistaatenlösung aus. Empfangen wurde er vom israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, der die Reise des Papstes als „Mission des Friedens“ würdigte.

Benedikt XVI. betonte, tragischerweise habe das jüdische Volk die entsetzlichen Folgen von Ideologien erlebt, die die elementare Würde jedes Menschen leugnen. Es sei richtig und angebracht, dass er während seines Aufenthalts in Israel die Gelegenheit haben werde, der sechs Millionen jüdischen Opfer der Shoah zu gedenken und zu beten, „dass die Menschheit nie wieder Zeuge eines Verbrechens solchen Ausmaßes werde“. Es müsse jede Anstrengung unternommen werden, den Antisemitismus zu bekämpfen und den Respekt und die Achtung für die Menschen jeden Volkes, Stammes, jeder Sprache und Nation“ auf der Welt zu fördern.

Anzeige

Der Papst sagte, er komme, um an den heiligen Stätten zu beten, „besonders für den Frieden“ - Frieden im Heiligen Land und in aller Welt. Die Augen der Welt ruhten auf den Menschen dieser Region, „während diese um eine gerechte und dauerhafte Lösung der Konflikte ringen, die so viel Leid verursacht haben“.

„Die Hoffnungen zahlloser Männer, Frauen und Kinder auf eine sicherere und stabilere Zukunft hängen vom Ergebnis der Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern ab“, sagte Benedikt. Zusammen mit allen Menschen guten Willens bitte er die Verantwortlichen inständig, auf der Suche nach einer gerechten Lösung der Schwierigkeiten alle Möglichkeiten zu erforschen, damit beide Völker in Frieden in einem eigenen Heimatland leben können - innerhalb sicherer und international anerkannter Grenzen.

Peres würdigte das Engagement des Papstes. „Ich verehre Ihre Bemühungen, die Hungrigen zu sättigen und den Durst des Menschen nach dem Glauben an die Menschheit und den Schöpfer des Universums zu stillen“, sagte der israelische Präsident. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Papst-Besuch zur Verständigung zwischen den Religionen und zum Frieden beitragen werde.

Am Nachmittag wollte der Papst die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besuchen. In der „Halle der Erinnerung“, in der die Namen von 22 Konzentrationslagern auf dem Boden zu lesen sind, sollte Benedikt XVI. die Gedenkflamme für die Opfer des Holocaust neu entzünden und einen Kranz niederlegen. Anschließend stand ein Treffen mit sechs Überlebenden des Holocaust und eine Ansprache des Kirchenoberhaupts auf dem Programm.

Am Morgen hatte das katholische Kirchenoberhaupt seinen dreitägigen Jordanien-Besuch beendet. Vor dem Abflug aus Amman rief der Papst alle Jordanier, Christen wie Muslime, dazu auf, „auf dem festen Fundament der religiösen Toleranz aufzubauen, das es den Mitgliedern verschiedener Gemeinschaften erlaubt, miteinander in Frieden und in gegenseitiger Achtung zu leben“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Papst-Reise. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin, die Kanzlerin bewerte die Reise „außerordentlich positiv“. Der Aufruf des Papstes zur Toleranz könne ein „wichtiger Beitrag zum Friedensprozess“ im Nahen Osten sein.

ddp

afp