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Panorama Berliner Bahnstrecke nach Unfall wieder frei
Nachrichten Panorama Berliner Bahnstrecke nach Unfall wieder frei
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15:15 19.04.2009
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Der beschädigte Regionalexpress in Berlin Quelle: Theo Heimann/ddp
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Laut Medienberichten ist das Zugunglück mit 24 Verletzten möglicherweise auf menschliches Versagen zurückzuführen. Die Bahn wollte sich zur Unfallursache am Sonntag nicht äußern. Der schwer verletze Lokführer befindet sich den Angaben zufolge auf dem Weg der Besserung.

Nach Angaben des Bahnsprechers ist der beschädigte Triebwagen des Regionalexpress-Zuges (RE) am Samstagabend in Schrittgeschwindigkeit nach Berlin-Lichtenberg überführt worden. Nach der Streckenfreigabe konnten die Züge die Unfallstelle laut Bahn lediglich mit einer reduzierten Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde passieren. Hierdurch soll es aber keine größeren Verspätungen geben haben.

Ein Regionalexpress der Linie 3 war am Donnertagabend auf seinem Weg von Schwedt nach Berlin im Bereich des Bahnhofs Karow auf einen Güterzug aufgefahren, der mit gedrosseltem Tempo unterwegs war. Dabei wurden 22 Passagiere, eine Zugbegleiterin und der Lokführer des RE verletzt. Bis auf den Lokführer konnten den Angaben zufolge am Wochenende alle Verletzten das Krankenhaus wieder verlassen. Dem Mann geht es mittlerweile besser, sagte der Sprecher.

Einem Medienbericht zufolge könnte der Zusammenstoß der beiden Züge am Karower Kreuz durch den Fehler eines Eisenbahners im Stellwerk verursacht worden sein. Es bestehe ein Anfangsverdacht gegen den Fahrdienstleiter, berichtete der „Tagesspiegel am Sonntag“ unter Berufung auf erste Ermittlungsergebnisse. Der Mann, der am Donnerstagabend alleine im Stellwerk Karow seine Arbeit verrichtete, habe sich wegen eines Schocks krankgemeldet. Vorgesehen sei, ihm im Laufe der Woche zu befragen.

Nach bisherigen Ermittlungen soll laut „Tagesspiegel“ der Fahrdienstleiter den ursprünglich nach rechts abgehenden Fahrweg des Güterzuges auf das geradeaus führende Gleis gestellt haben. Der Lokführer des Güterzuges habe dies bemerkt, das Tempo gedrosselt und den Fahrdienstleiter alarmiert, der die Weiche wieder umgelegt habe. Als der Güterzug beschleunigt habe, sei der RE aufgefahren. Ungeklärt sei allerdings, warum das Signal für den Personenzug „Grün“ gezeigt habe.

Bei der Kollision sprangen der Triebwagen und der erste Waggon des RE sowie der letzte Kesselwagen des Güterzuges aus den Schienen. Der Güterzug hatte Flüssiggas geladen. Die insgesamt 24 Kesselwagen blieben unbeschädigt. Bis zum Ende der Aufräum- und Reparaturarbeiten am Samstagabend war die Strecke von Stralsund über Angermünde nach Berlin wegen des Unfalls rund 48 Stunden gesperrt. Dadurch kam es zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

ddp