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Panorama Berliner Hells-Angels-Chef nicht vernehmungsfähig
Nachrichten Panorama Berliner Hells-Angels-Chef nicht vernehmungsfähig
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18:23 13.06.2012
Der Berliner Hells-Angels-Chef, auf den in der Nacht zum Sonntag geschossen wurde, ist aus dem Koma erwacht. Quelle: dpa
Berlin

Der angeschossene Chef einer Gruppe der Berliner Hells Angels ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig. „Die Kollegen der Mordkommission konnten bisher nicht mit ihm sprechen“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Mittwoch. Nach dpa-Informationen liegt der Rocker wieder im Koma, nachdem er kurzzeitig erwacht war. Dass sich der verletzte Hells Angel überhaupt gegenüber den Ermittlern äußert, gilt als höchst unwahrscheinlich. Das verbietet der „Ehrenkodex“ der Rocker. Vor dem Krankenhaus haben sich etwa zehn Hells Angels postiert.

Die Ermittler suchen weiterhin nach dem Motiv für die Tat. Der Attentäter ist noch nicht gefasst. Unterdessen haben die Behörden den Druck auf die Rockerszene mit speziellen Sondergruppen erhöht - auch weil sie befürchten, der schwelende Rockerkrieg zwischen Hells Angels und Bandidos könnte eskalieren.

Ermittler gehen davon aus, dass der Angeschossene auch bei besserer Gesundheit schweigen wird. Eine Regel in der Szene lautet: Sprich nicht mit der Polizei. Dies gilt ebenfalls - wie wohl auch in diesem Fall-, wenn ein Rocker selbst Opfer eines Angriffs wird. Schon 2009 erlitt der 47-Jährige bei einer Attacke der verfeindeten Bandidos schwere Verletzungen. Und auch damals schwieg der Mann, der als einflussreichster Hells Angel in Berlin gilt.

Nach mehreren Polizeischlägen gegen die Hauptstadt-Rockerszene hatte ein Unbekannter in der Nacht zum Sonntag mehrfach auf den Boss der kürzlich aufgelösten Hells Angels Nomads geschossen. Die Kugeln sollen nach Medienberichten auch Herz und Rücken getroffen haben. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Mann darum gelähmt sein könnte. Die Polizei konnte die Details nicht bestätigen, weil sie aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht keinen Einblick in die Krankenakte hat. Dazu könnte möglicherweise aber ein richterlicher Beschluss gestellt werden.

Unterdessen stehen Hells Angels seit dem Attentat vor dem Virchow-Klinikum in Wedding, um ihren Chef zu schützen. Auch die Polizei ist vor Ort. Am Dienstagabend kontrollierte sie die Rocker mit einem Großaufgebot. Waffen seien aber nicht gefunden worden, so der Polizeisprecher. Ermittler befürchten, dass der Täter es erneut auf den 47-Jährigen abgesehen haben könnte.

Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile eine Taskforce für alle Fälle mit Bezug zur Rockerszene gebildet. Zugleich hat das LKA eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) eingesetzt, in der Ermittler, Experten und eine Hundertschaft vereint sind. Diese Gruppe soll konzentriert gegen Rocker vorgehen und den Druck erhöhen.

dpa

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