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Panorama Betrugsverdacht: Hausverbot für Fernsehspielchefin
Nachrichten Panorama Betrugsverdacht: Hausverbot für Fernsehspielchefin
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12:12 08.09.2009
Doris J. Heinze, suspendierte Leiterin der Abteilung „Fernsehfilm, Spielfilm und Theater“ des NDR. Quelle: NDR/Marcus Krueger/ ddp (Archiv)
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Der NDR verweigert der unter Betrugsverdacht stehenden Fernsehspielchefin Doris J. Heinze den Zugang zu den Sendergebäuden. Der Sender habe Frau Heinze über ihren Anwalt aufgefordert, ihren Hausausweis abzugeben, sagte Sprecher Martin Gartzke der „Bild am Sonntag“. Bereits unmittelbar nach ihrer Suspendierung seien sämtliche mit ihrem Ausweis verbundenen elektronischen Türöffner im NDR deaktiviert worden. Auch ihr Arbeitsplatz wurde abgeriegelt: „Das Büro von Frau Heinze ist im Rahmen der Revisionsprüfung verschlossen, die fristlose Kündigung auf den Weg gebracht“, sagte Gartzke. Außerdem droht der Programmmanagerin der Verlust von Pensionsansprüchen. „Das prüfen wir“, bestätigte Gartzke.

Erste Konsequenzen hat der Fall Heinze schon nach sich gezogen. Obwohl festangestellte NDR-Mitarbeiter schon lange etwaige Pseudonyme offenlegen müssen, werde der Sender „diese Regeln verschärfen, sodass es in Zukunft an keiner Stelle ein Pseudonym ohne Angabe des Klarnamens gibt“, sagte NDR-Sprecher Gartzke.

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Der Verband Deutscher Drehbuchautoren geht noch weiter. Vorstandsmitglied Ilse Biberti sagte der Zeitung: „Redakteuren öffentlich-rechtlicher Sender darf es nicht mehr erlaubt sein, eigene Drehbücher einzureichen. Sollten sie doch eins schreiben wollen, müssen sie dafür ein Sabbatjahr oder unbezahlten Urlaub für die Zeit des Schreibens nehmen.“ Außerdem fordert der Verband bei den Sendern die Einführung eines Ombudsmannes, damit Mitarbeiter anonym und ohne Repressalien zu fürchten, auf mögliche Unregelmäßigkeiten hinweisen können.

ddp