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Panorama Bischof Mixa bietet Papst seinen Rücktritt an
Nachrichten Panorama Bischof Mixa bietet Papst seinen Rücktritt an
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14:55 22.04.2010
Zurückgetreten: Der Augsburger Bischof Walter Mixa. Quelle: dpa

Der wegen Gewalt- und Veruntreuungsvorwürfen in die Kritik geratene Bischof Walter Mixa hat nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ seinen Rücktritt eingereicht. Er habe am Mittwochabend einen Brief an den Papst geschrieben und seinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Augsburg als auch vom Amt des Militärbischofs der Bundeswehr angeboten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf vertrauenswürdige Personen aus dem Augsburger Bistum.

Mixa begründete seinen Rücktritt mit einer übergeordneten Verantwortung für sein Bistum. Die „anhaltenden öffentlichen Diskussionen“ um seine Person hätten Priester und Gläubige schwer belastet, heißt es dem Vernehmen nach in Mixas Brief. „Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung.“ Mixa hat eingestanden, Heimkinder in seiner früheren Zeit als Stadtpfarrer geohrfeigt zu haben, nachdem er zunächst jede Gewalt gegenüber Kindern „reinen Herzens“ bestritten hatte.

Die katholischen deutschen Bischöfe hatten ihren umstrittenen Amtsbruder gestern dazu gedrängt, sein Hirtenamt vorübergehend ruhen zu lassen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sagte, er habe in den vergangenen Tagen mehrfach mit Mixa gesprochen. Dabei habe man gemeinsam überlegt, „ob eine Zeit der geistlichen Einkehr und der räumlichen Distanz hilfreich sein könne“. Diese Distanzierung des obersten Repräsentanten der deutschen Bischöfe gilt als einzigartig. Sie ist eine Reaktion auf den Vertrauensverlust, den die Kirche in den vergangenen Tagen und Wochen erlitten hat.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist nach dem Bekanntwerden etlicher Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen und der Verfehlungen Mixas auf ein Rekordniveau gestiegen. Bei den katholischen Gemeinden in mehreren niedersächsischen Städten fiel der Mitgliederverlust im ersten Quartal dieses Jahres teilweise doppelt so hoch aus wie in den ersten drei Monaten des Vorjahres.

In Hannover beantragten im März 2010 insgesamt 118 Menschen ihren Austritt aus der katholischen Kirche – im Vorjahresmonat waren es nur 60. Einen ähnlichen Trend beobachten auch die Standesämter in Städten wie Oldenburg und Göttingen, und selbst im religiös gefestigten Cloppenburg schnellten in den vergangenen Wochen die Kirchenaustrittszahlen in die Höhe. In Süddeutschland fallen die jüngsten Zahlen registrierter Austritte um ein Vielfaches höher aus als in den Vorjahren: In Nürnberg und Augsburg hat sich die Zahl der Austritte im Vergleich zu März 2008 verdreifacht.

Marina Kormbaki und Michael B. Berger

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