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Panorama Bitter kalt, zu heiß, sehr nass: 20.000 Wetterwarnungen 2010
Nachrichten Panorama Bitter kalt, zu heiß, sehr nass: 20.000 Wetterwarnungen 2010
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17:42 13.12.2010
Feuerwehrmänner und ein Traktorfahrer befreien auf der Halbinsel Wittow im Januar 2010 ein Auto aus einer Schneewehe. Quelle: dpa (Archiv)
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Ein turbulentes Wetterjahr geht in Deutschland zu Ende. Schneechaos und Tornados, Regenfluten und Hitze markieren die vorläufige Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) über gefährliche Wetterereignisse im Jahr 2010. Etwa 20.000 Mal warnten die amtlichen Meteorologen nach eigenen Angaben vom Montag seit Jahresbeginn vor gefährlichen Wetterlagen. Unwetter töteten mehrere Menschen. Die Opfer wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen oder ertranken im Hochwasser.

2010 beginnt mit Winterchaos: Bis weit ins Frühjahr haben Schnee und Eis Deutschland fest im Griff. Sturmtief „Daisy“ bringt Anfang JANUAR so viel Schnee, dass sich auf Rügen drei Meter hohe Schneewehen türmen. Im Norden sind Straßen wegen Schnee und umgestürzter Bäume unpassierbar, Züge bleiben stecken, Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten, Fähren stellen den Betrieb ein, Hunderte Flüge werden gestrichen. Ende Januar neuer Schneefall und große Kälte - die Ostsee zwischen Rügen und Hiddensee friert zu, die Insel wird mit Hubschraubern aus der Luft versorgt.

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Auch im FEBRUAR Schneeverwehungen in ganz Deutschland. Autobahnen werden gesperrt, Dächer brechen unter der Schneelast. Die meisten Binnenhäfen sind geschlossen, das Eis ist bis zu 40 Zentimeter dick. Die Autobahn 44 Dortmund-Kassel wird am 14. auf 52 Kilometern gesperrt, weil es kein Streusalz mehr gibt. Sturmtief „Xynthia“ tobt sich am 28. vor allem im Westen aus. Die Bahnhöfe in Frankfurt und Köln stellen für Stunden den Betrieb ein. Starke Schneefälle und Glatteis führen noch Mitte März zu hunderten von Unfällen. Im APRIL richten einige schwere Gewitter beträchtliche Schäden an.

Der MAI bringt heftige Unwetter mit Überflutungen im Süden. Am Pfingstmontag ziehen mehrere Tornados eine rund 80 Kilometer lange Spur der Verwüstung vom südlichen Brandenburg bis nach Sachsen. In Bayern gehen schwere Hagelfälle nieder - die Hagelkörner sind bis zu drei Zentimeter groß. Am 30. durchschlagen in Nordrhein-Westfalen tennisballgroße Hagelkörner eine Autoscheibe.

Im JUNI bringt Dauerregen mehreren Regionen Überschwemmungen. Bei Wattenheim in Rheinland-Pfalz wird die A6 gesperrt, weil das Wasser 60 Zentimeter hoch steht. In Lindenau (Erzgebirge) verwüstet eine Schlammlawine ein halbes Dorf. Hagel, Regenmassen und orkanartige Böen machen die A 19 in Mecklenburg-Vorpommern zwischen Rostock und Berlin unpassierbar. Tornados decken in Warendorf und Hille (Nordrhein-Westfalen) Häuser ab.

Starke Gewitterstürme richten im JULI schwere Schäden an, Menschen werden von umstürzenden Bäumen erschlagen, mehrere Tornados werden an der Ostsee, in Bayern und Hessen beobachtet. Zwischen den Gewitterfronten immer wieder extreme Hitze, in einigen ICE-Zügen fällt die Klimaanlage aus - Reisende brechen zusammen. Regenfluten bringen Überschwemmungen mit neuen Rekordwerten. Im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen ist der Oberlauf der Lausitzer Neiße betroffen. Der Pegel der Neiße erreicht den höchsten Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 1912. Der zum Weltkulturerbe gehörende Fürst-Pückler Park in Bad Muskau wird überschwemmt. Hochwasser auch an Spree und Elbe bei Dresden.

Im SEPTEMBER erneut Hochwasser im Osten und mehrere Meldungen über Tornados in verschiedenen Regionen, die allerdings diesmal keine Schäden anrichten.

Schon im OKTOBER meldet sich der neue Winter das erste Mal: Am 21. gibt es die ersten Glätte-Unfälle im Süden. Zum Karnevalsauftakt am 11. NOVEMBER werden die Festlichkeiten in Köln wegen Orkantief „Carmen“ vorzeitig beendet, einige Martinszüge fallen Regen und Sturm zum Opfer. Am 23. gibt es Schneefälle, Schneeverwehungen und spiegelglatte Straßen.

dpa

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