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Panorama Bodenfelde nimmt Abschied von ermordetem Tobias
Nachrichten Panorama Bodenfelde nimmt Abschied von ermordetem Tobias
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14:44 27.11.2010
Quelle: ap
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Hunderte Menschen haben am Samstag in Bodenfelde von dem ermordeten Tobias Abschied genommen. In einem bewegenden Gottesdienst erinnerten Verwandte, Freunde und Mitschüler an den beliebten 13-Jährigen. Doch unter die Trauer mischten sich auch immer mehr Wut und Unverständnis - auch über die Arbeit der Behörden.

„Tobias ist aus der Achterbahnfahrt seines Lebens herausgerissen worden, und wir stehen fassungslos und verzweifelt an der Unglücksstelle“, sagte Pfarrer Marc Trebing bei der Trauerfeier. Viele Menschen in Bodenfelde fragen sich inzwischen, ob die Verbrechen an Tobias und der 14 Jahre alten Nina nicht hätten verhindert werden können.

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Denn für die Polizei war der mutmaßliche Täter Jan O. kein Unbekannter. Nur zehn Tage vor dem Mord an Nina hatten Ermittler nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ einen Sicherungshaftbefehl gegen den 26-Jährigen angefragt, den die zuständigen Behörden in Stade aber abgelehnt hätten.

Der drogen- und alkoholsüchtige Mann hatte ein Feuer in einem Schuppen gezündet, das auf ein Mehrfamilienhaus übergriff. Außerdem verstieß der wegen einer Diebstahlserie Verurteilte wiederholt gegen seine Bewährungsauflagen. Es habe aber keine Hinweise gegeben, dass er gewalttätig werde könne, erläuterte kürzlich eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Behörden beschlossen jedoch, Jan O. in eine Entziehungsklinik unterzubringen. Seine Einweisung stand kurz bevor - allerdings zu spät für Nina und Tobias.

Am Freitag hatte der 26-Jährige gestanden, die beiden Teenager in einem Fichtenwäldchen getötet zu haben. Die 14-Jährige musste sterben, weil sie sich gegen seine Annäherungsversuche gewehrt hatte. Er zerrte sie dem Geständnis zufolge am 15. November zwischen die Bäume, schlug ihr auf den Kopf und stach auf sie ein. Die Polizei in Northeim wollte sich am Samstag nicht zu einem „Focus“-Bericht äußern, wonach der Verdächtige die Leiche des Mädchens mit seinem Handy filmte.

Der ein Jahr jüngere Tobias wurde fünf Tage später zum Opfer. Er hatte sich zufällig in der Nähe der Leiche aufgehalten. Jan O. fühlte sich nach eigenen Angaben ertappt und brachte den Jungen um, um die erste Bluttat zu vertuschen. Dabei soll er sich dem „Focus“ zufolge selbst so schwer verletzt haben, dass er Stunden später den Notarzt rief und sich wegen einer tiefen Schnittwunde in der Hand ins Krankenhaus bringen ließ.

Bürgermeister von Bodenfelde erhebt Vorwürfe

Der Bürgermeister des niedersächsischen Ortes Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft. Diese habe vor den beiden Taten einen von der Polizei angefragten Sicherungshaftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter Jan O. nicht beantragt, kritisierte Bürgermeister Hartmut Koch (Unabhängige Wählergemeinschaft) am Samstag. Dieser hätte das Leben der beiden Jugendlichen retten können. „Die grausamen Taten wären dann nicht passiert. Man kann Nina und Tobias nicht mehr zurückholen, aber das muss aufgearbeitet werden“, forderte Koch.

dpa

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