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Panorama Bremer Gesundheitssenatorin kritisiert Klinikleitung
Nachrichten Panorama Bremer Gesundheitssenatorin kritisiert Klinikleitung
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09:36 03.11.2011
Foto: Auf der Intensivstation in einem Bremer Klinikum sind drei Frühgeburten durch Krankenhauskeime gestorben.
Auf der Intensivstation in einem Bremer Klinikum sind drei Frühgeburten durch Krankenhauskeime gestorben. Quelle: dpa
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Bremen

Bremens Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper hat die Leitung des Krankenhauses in dem am Mittwoch der Tod von drei Frühgeburten bekannt wurde, kritisiert: „Das hat noch Konsequenzen anderer Art“, sagte sie nach einem Bericht der Zeitung „Weser-Kurier“ in der Gesundheitsdeputation der Bürgerschaft. „Spätestens im Oktober nach Wiederausbruch hätte man mich und die Deputation informieren müssen.“

Diethelm Hansen, der Chef des Klinikverbundes Gesundheit Nord, zu dem das Klinikum Bremen-Mitte gehört, betonte, sein Haus habe alles getan, um die Todesfälle aufzuklären. Die Behörden seien informiert worden. Die ersten Infektionen waren Ende Juli aufgetreten, das erste Frühchen war im August gestorben, zwei weitere im Oktober. Erst am Mittwoch wurden die Fälle öffentlich gemacht.

Die CDU im niedersächsischen Landtag forderte von der rot-grünen Regierung in Bremen eine schnelle Aufarbeitung. Fraktionschef Björn Thümler sagte dem Hörfunksender Hit-Radio Antenne in Hannover: „Man muss erwarten, dass jetzt unverzüglich aufgeklärt wird, weil es nicht sein kann, dass so etwas - in welchen Ebenen auch immer - verschleppt wird.“

Zu wenig Personal

Für bessere Hygiene in Krankenhäusern muss es nach Expertenansicht auch ausreichendes Personal geben. „Wir haben oft eine personelle Unterbesetzung, dann kann man manches nicht mehr so sorgfältig machen“, sagte Klaus-Dieter Zastrow von der Gesellschaft für Krankenhaushygiene am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Es fehle gerade in den Frühchen-Stationen nicht an speziellem Wissen um Hygiene-Standards. Vielmehr sei das Personal meist überfordert, weil zu wenig Menschen sich um zu viel kümmern müssten. Ob das auch in Bremen der Fall war, sei aber noch unklar. „Wenn das Personal zu knapp ist, geht die Infektionsgefahr rapide nach oben“, sagte Zastrow. Das zeigten Studien. „Das ist filigrane Arbeit bei den Frühchen, da kann man nicht zwischen sechs Kindern hin- und herspringen.“

Bei den verantwortlichen Keimen, die die Säuglinge das Leben kosteten, handle es sich um übliche Krankenhauskeime. „Aber diese kleinen Kinder haben praktisch keine Abwehrkräfte“, sagte der Fachmann. In dem Bremer Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft - zurzeit werden in der Klinik keine Frühchen mehr aufgenommen.

dpa

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