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Panorama Bremerhavener Firma bereitet sich das ganze Jahr auf Silvester vor
Nachrichten Panorama Bremerhavener Firma bereitet sich das ganze Jahr auf Silvester vor
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14:31 27.12.2009
Eine Mitarbeiterin der COMET Feuwerk in Bremerhaven packt für den Verkauf von Feuerwerksköprern ab dem 29.12.2009 eine Lieferung zusammen.
Eine Mitarbeiterin der COMET Feuwerk in Bremerhaven packt für den Verkauf von Feuerwerksköprern ab dem 29.12.2009 eine Lieferung zusammen. Quelle: lni
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Schon Monate vor der Stunde Null des neuen Jahres läuft bei dem zweitgrößten Feuerwerkshändler Deutschlands die Logistik auf Hochtouren. Besonders im Dezember wird es in dem Lager aber stressig.

„Wir müssen quasi innerhalb weniger Tage alles rausgeben“, sagt der Marketingmanager der Firma, Jens Thomas. In diesem Jahr wird es besonders eng. Auf die Weihnachtsfeiertage folgt anschließend gleich ein Wochenende. In den Supermärkten dürfen die Feuerwerkskörper aber erst am 28. Dezember in den Regalen sein - keinen Tag früher oder später.

Deshalb kommen derzeit pro Tag bis zu 50 Lastwagen in das Lager in Bremerhaven, um die insgesamt rund 20 000 Sendungen in diesem Jahr auf die Regionalzentren zu verteilen. Die Stammbelegschaft des Unternehmens von rund 60 Leuten wird zu der Zeit um rund 100 Saisonkräfte ergänzt. „Das Problem ist, dass wir immer auf das Wetter achten müssen. Bei schlechtem Wetter dürfen die Gefahrguttransporte nicht fahren. Also verteilen wir das schon mal in die Regionen“, sagt Thomas.

Der Verkauf der über 1000 verschiedenen Artikel der Firma wurde allerdings bereits im Januar vorbereitet. Nach Silvester lässt Comet all das einsammeln, was im Vorjahr nicht verkauft wurde. Über das Jahr hinweg werden dann die Vorbereitungen getroffen. Bis Mai finden die Gespräche mit dem Handel statt. Anschließend folgt die Produktion in China, die der Mutterkonzern Li & Fung aus Hong Kong weitestgehend für Comet organisiert.

Bis September landet die Ware schließlich in den Hallen in Bremerhaven. Dann wird sortiert, gepackt und geprüft. „Unsere Produkte durchlaufen alle eine fünfstufige Überprüfung“, sagt Thomas. Im eigens dafür eingerichteten Labor bei Comet prüft das Unternehmen mehrfach selbst, bevor die Artikel schließlich noch von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung untersucht werden. Erst danach dürfen die Böller, Raketen und das Systemfeuerwerk in den Handel.

Wie viel im Dezember dann verkauft werde, hänge meist aber vom Wetter ab, sagt Thomas. „Wenn es regnet, haben wir immer mehr Retouren“, sagt Thomas. Für dieses Jahr rechnet die Firma aber mit einem Plus im Verkauf gegenüber dem Vorjahr.

Auch der Verband der Pyrotechnischen Industrie (VPI) ist zuversichtlich. „Wir hoffen den Umsatz des letzten Jahres mit 109 Millionen Euro wieder zu erreichen“, sagt Verbandsgeschäftsführer Klaus Gotzen. Dieses Ergebnis sei durchaus realistisch. Denn die Erfahrung zeige, dass gerade auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten ausgiebig mit viel Feuerwerk gefeiert werde. Das weiß auch Thomas. „Eigentlich haben wir nur die Tsunami-Delle gemerkt. Sonst ging es immer aufwärts. Egal wie gut oder schlecht es den Leuten ging.“

In diesem Jahr könnte allerdings gerade in Niedersachsen weniger Feuerwerk abgeschossen werden. Nach einem neuen Gesetz dürfen Feuerwerkskörper nämlich nicht mehr in der unmittelbaren Nähe von Fachwerkhäusern abgeschossen werden. In zahlreichen niedersächsischen Altstädten, unter anderem in Hameln, Goslar, Northeim, Osterode und Hornburg, wurde deswegen schon ein generelles Böller- und Raketenverbot für den Stadtkern verordnet.

Mit dem Gesetz sollen die Schäden, die jedes Jahr insbesondere an alten Häusern entstehen, verringert werden und folgenreiche Brände vermieden werden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rechnet schließlich auch für dieses Jahr mit rund 31 Millionen Euro Schäden an Gebäuden durch Brände zum Jahresende.

Für die Firma Comet ist deshalb der verantwortungsvolle Umgang mit dem Feuerwerk wichtig. „Manche sind da sehr leichtsinnig“, sagt Thomas. Er empfiehlt, insbesondere die Hinweise auf den Verpackungen zu lesen. Mit dem Beachten dieser Hinweise kann dann auch in diesem Jahr an Silvester der Himmel bunt erleuchtet werden. Für die Mitarbeiter bei Comet ist dieser Moment dann eine kurze Verschnaufpause, weiß auch Thomas. „Für uns ist nach dem Feuerwerk vor dem Feuerwerk.“

ddp