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Panorama Tragisches Ende einer Sprachreise
Nachrichten Panorama Tragisches Ende einer Sprachreise
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21:11 30.10.2015
Auf der Autobahn 4 ist ein Reisebus mit 59 Kindern verunglückt. Quelle: Martin Wichmann/dpa
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Erfurt

Es waren nur noch wenige Stunden Fahrt bis nach Hause, doch dann endete die Englandreise der Achtklässler aus Sachsen jäh an einem Autobahnwall. Einen fünf Jahre alten Jungen riss der Crash auf der Autobahn 4 nahe Erfurt am Freitagnachmittag in den Tod, 15 weitere Insassen des Reisebusses wurden schwer verletzt. An der Unfallstelle spendeten sich Schüler gegenseitig Trost und nahmen sich in die Arme. Helfer brachten ihnen Decken zum Schutz gegen die Kälte.

Bei dem schweren Unfall eines Reisebusses in Thüringen sind mindestens 15 Menschen schwer verletzt worden, ein fünfjähriger Junge kam ums Leben.

"Mein Mitgefühl gilt den Eltern des getöteten Jungen und den Familien der Verletzten", sagte Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) bei einem Besuch an der Unfallstelle. "Ich hoffe, dass es den Schwerverletzten rasch bessergeht." Der Unfallhergang gebe Rätsel auf. Die Strecke sei gut ausgebaut, betonte der Minister. Der österreichische Bus sei dem Anschein nach ungebremst nach dem Überholen in die Böschung gefahren und umgekippt. Warum es so kam, wird noch ermittelt.

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Die Polizei schaltete einen Sachverständigen ein. Er habe noch am Freitag mit seiner Arbeit begonnen, um die Schäden an dem Reisebus sowie das Spurenbild an der Unfallstelle zu begutachten, sagte der Sprecher der Autobahnpolizei. Von der Expertise des Sachverständigen erhoffen sich die Ermittler Hinweise, ob es einen technischen Defekt am Fahrzeug gab oder der Unfall auf einen Fahrfehler zurückzuführen ist. Dazu will die Polizei auch noch Zeugen vernehmen. Der aus Österreich stammende Busfahrer hat den Angaben nach vorerst die Aussage verweigert.

Dutzende Rettungs-, Polizei- und Feuerwehrwagen säumten am Freitagnachmittag die Autobahn, mehrere Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Der Doppelstockbus lag seitlich auf dem Standstreifen. Der untere Teil der Frontschreibe war zerborsten, die Klappen der Notausgänge auf dem Dach standen offen. Als es schon dunkel war, fuhr ein Leichenwagen vor.

Die 60 Schüler und ihre vier Begleiter aus einer Schule in Annaberg-Buchholz sowie der Busfahrer waren nur noch etwa zwei Autostunden von ihrem Zuhause entfernt gewesen. Neben vielen Eltern machten sich auch der Schulleiter der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge, Holger Schieck, zusammen mit einem Pfarrer auf den Weg nach Erfurt. Dort wurden die Schüler, die mit einem Schrecken davongekommen waren, in der Feuerwache von Helfern betreut. Der tote Junge war nach Auskunft Schiecks der Sohn einer Lehrerin.

"Es ist fürchterlich, dass die Reise so entsetzlich enden musste", sagte Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU). Den Angehörigen des toten Kindes gelte ihr besonderes Mitgefühl.

Von Martin Fischer und Andreas Hummel

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