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Panorama Celler Schüler weisen Exzess-Vorwurf zurück
Nachrichten Panorama Celler Schüler weisen Exzess-Vorwurf zurück
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21:34 25.05.2011
37 Schüler wurden nach den Krawallen aus Kroatien verwiesen. Quelle: Philipp von Ditfurth (Symbolbild)
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Mehrere Teilnehmer der Kroatien-Fahrt von Celler Abiturienten widersprechen den Angaben des Reiseveranstalters, nach denen rund 40 Schüler die Ferienanlage im Badeort Pula verwüstet haben sollen. An den Ausschreitungen, bei denen Türen und Möbel zerstört und Feuerlöscher entleert wurden, hätten sich statt 40 nur etwa 15 betrunkene Schüler beteiligt, sagte am Mittwoch Michelle Peters, Jahrgangsstufensprecherin des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums. Zudem seien keine Feuerwehräxte im Spiel gewesen, und es hätten auch nicht ausschließlich Schüler der Axel-Bruns-Schule randaliert, wie zuvor vom Reiseveranstalter abi4life behauptet, sagte Peters. Die Hotelmanagerin in Pula verwies am Mittwoch auf den Polizeibericht, der derzeit angefertigt werde. Auch die kroatische Polizei wollte sich vorerst nicht zu den Ereignissen äußern.

Wie berichtet, hatte die Polizei nach den Krawallen 37 Schüler des Landes verwiesen und bis zur Grenze eskortiert. „Viele dieser Schüler sind unschuldig“, sagte Schülersprecherin Peters am Mittwoch. Noch in derselben Nacht seien rund 15 Randalierer identifiziert worden – wer die übrigen Schüler ausgewählt habe, die vorzeitig abreisen mussten, sei ihr unklar. Der Geschäftsführer des Reiseveranstalters, Jan Prange, sagte am Mittwoch erneut, dass „nur an der Randale Beteiligte“ ausgewählt worden seien.

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Ein 19-jähriger Abiturient der Axel-Bruns-Schule gibt an, dass die Reisebegleiter gezielt die Schüler seines Gymnasiums ausgewählt und in den Bus gesetzt hätten. „Offenbar sollten wir als Problemschule abgestempelt werden“, sagt der Schüler, der namentlich nicht genannt werden will. Auch Oberstudiendirektor Claus Losert von der Axel-Bruns-Schule sieht die Absolventen seiner Einrichtung zu Unrecht beschuldigt. Schulinterne Gespräche mit Reiseteilnehmern hätten ergeben, dass nur ein Schüler des technischen Gymnasiums eine Tür demoliert und den Schaden bereits ersetzt habe.

In einer offiziellen Stellungnahme erhob Losert am Mittwoch Vorwürfe gegen den Reiseveranstalter. Dieser habe eine Schülerin aufgefordert, einen negativen Reisebericht in einem Internetportal zurückzunehmen – andernfalls drohe ihr „eine negative Presse“. Genau das sei nun eingetroffen, indem das Unternehmen den Namen seiner Schule im Zusammenhang mit der Randale genannt habe.

Michael Soboll