Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Christchurch ist nach dem Beben im Schock
Nachrichten Panorama Christchurch ist nach dem Beben im Schock
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:29 23.02.2011
Die Stadt Christchurch ist nach dem Beben im Schock. Quelle: dpa

Von der Knox-Kirche ist nur ein Steingerippe übrig. Asphaltblasen und tiefe Risse durchziehen die Straßen von Christchurch. Nach dem Erdbeben stehen die Menschen der neuseeländischen Stadt unter Schock, blicken ungläubig auf zerstörte Häuser. Viele wollen nur noch weg.

Rund 75 Leichen und 50 Überlebende haben Helfer bis zum Mittwoch nach dem Erdbeben in Neuseeland aus den Trümmern geholt. Darunter war ein verletztes Baby, das in den Armen seiner toten Mutter gefunden wurde. Bis zu 300 Menschen wurden am Tag nach dem Beben noch vermisst. Regierungschef John Key sprach von „Tod und Zerstörung in fürchterlichem Ausmaß“. Private Gutachter schätzten die Schäden auf mehr als zwölf Milliarden US-Dollar.

Pfarrer Peter Beck steht mit Schutzhelm auf dem Kopf vor dem Trümmerhaufen an seiner Kathedrale in Christchurch. Das Entsetzen ist ihm einen Tag nach dem schweren Beben ins Gesicht geschrieben. Er war in der Kirche, als der Turm einstürzte – darunter eine Besuchergruppe. „Ich glaube, das hat keiner überlebt“, sagt er erschüttert.

Es ist gespenstisch still in Christchurch, der zweitgrößten neuseeländischen Stadt. Die Straßen sind leer, Polizei und Armee haben das Gebiet, in dem Helfer im Großeinsatz nach Verschütteten suchen, weiträumig abgeriegelt. Auch außerhalb der Sperrzone läuft das Leben an diesem Tag auf Schmalspur. Die Geschäfte sind geschlossen. Nur ein einsamer Jogger lässt Normalität erkennen. City Hall, das Gebäude der Stadtverwaltung, ist verlassen. Die Fensterfront ist kaputt. Dahinter ist alles dunkel. „Wie tote Augenhöhlen sieht das aus“, sagt ein Mann im Vorbeigehen. Besonders schlimm zugerichtet ist die Knox-Kirche – abstrus bei einem Namen, der in Anlehnung an das legendäre US-Lager für Goldreserven nach „unverwüstlich“ klingt. Riesige Löcher klaffen in den Wänden. „Es ist ja nur noch ein Gerippe in einem riesigen Schutthaufen!“, ruft ein Mann, der an den Trümmern vorbeigeht.

Bauingenieur David Carrabine ist unterwegs, um seine Vorratskammer zu füllen – wie viele in Christchurch. In den Läden sind die Regale leer. Carrabine nahm gerade an einer Konferenz über bebensicheres Bauen teil, als die Erde wackelte. Von seinem Haus stürzten die Kamine, Regale und Schränke fielen um. Der Mann mit Bart und Pferdeschwanz aber gibt sich gelassen: „Es ist schon schrecklich, aber im Grunde liebe ich Erdbeben.“

Die 17-jährige Brittany MacDonald und Emily Davidson, 16 Jahre alt, sind zum Hagley-Park gegangen. Dort haben Sanitäter ein riesiges Zelt aufgebaut, in dem sie Verletzte versorgen. Auch Wasser und Lebensmittel werden verteilt. Vor den Eingängen bilden sich Schlangen. Die Schülerinnen erlebten das Erdbeben in der Lunchpause und verkrochen sich unter Picknicktischen. „Es war schon sehr beängstigend“, sagt Emily. Zum Zelt sind die Freundinnen gekommen, um zu helfen. „Wir haben ja bis nächste Woche keine Schule“, sagen sie.

Der Koch Max Miller war gerade von einem Einsatz in einer Forschungsstation der Antarktis nach Christchurch gekommen. Er war am Dienstagmittag in einer Bücherei, als das Beben begann. Die Pension, in der sein Gepäck liegt, wurde zerstört. Er steht nun verloren auf der Straße. „Ich muss mich wohl jetzt um einen neuen Pass kümmern.“

Der Highway One, der aus Christchurch hinausführt, ist völlig verstopft. Vollgepackte Autos, Wohnwagen und Autos mit Anhängern sind unterwegs. An den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. In Stadtnähe ist das Benzin längst ausgegangen. Nur auf der Gegenfahrbahn herrscht freie Fahrt. Kaum einer ist auf dem Weg ins gebeutelte Christchurch. Die meisten wollen nichts wie weg.

Sebastian Kretz

Vor rund eineinhalb Wochen hatte ein 17-Jährige in einer Hamburger U-Bahn einen 20-Jährigen niedergestochen. Das Opfer wurde dabei schwer verletzt. Jetzt brachten Videoaufnahmen aus der U-Bahn die Polizei auf die Spur des Täters. Wegen einer Messerattacke im Hamburger Schanzenviertel schickte ein Richter den ebenfalls 17-Jährigen Täter in Untersuchungshaft

23.02.2011

Der 18-Jährige Täter hat bereits gestanden, seine Ex-Geliebte mit einem Küchenmesser erstochen zu haben. Auch das ungeborene Baby starb bei dem Angriff. Auslöser für die blutige Tat soll ein Streit wegen des Unterhalts für das Baby gewesen sein, erklärten die Ermittler nach ersten Vernehmungen des Täters.

23.02.2011

Dem 70-jährigen Rentner werden 149-facher Missbrauch, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Ihm droht im Fall einer Verurteilung eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Der Angeklagte sitzt seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft.

23.02.2011