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Panorama Computerfehler beeinträchtigt Polizeiarbeit in ganz Niedersachsen
Nachrichten Panorama Computerfehler beeinträchtigt Polizeiarbeit in ganz Niedersachsen
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21:39 05.10.2010
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Eine Computerpanne hat die Arbeit der Polizei landesweit zwei Tage lang stark beeinträchtigt. Seit Sonntagmorgen konnten die Beamten keine Strafanzeigen mehr mit dem dafür vorgesehenen System „Nivadis“ erfassen. Auch der sogenannte E-Post-Verkehr, also die gesicherte elektronische Kommunikation der Polizei, funktionierte nicht mehr. Nach Auskunft des Innenministeriums war der Ausfall eines Speichersystems beim Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie (LSKN) dafür verantwortlich. „Der Fehler ist am Dienstagvormittag entdeckt und sofort wieder behoben worden“, erklärte der Sprecher des Ministeriums, Klaus Engemann.

Für die Polizeibeamten ist jetzt Nacharbeit angesagt: Sie müssen in den kommenden Tagen alle Strafanzeigen, die sie seit Sonntag provisorisch auf Blöcken oder alten Formularen notiert hatten, ordnungsgemäß in ihre Computer einspeisen. „Das ist mit Sicherheit eine ärgerliche Doppelbelastung. Ich kann nicht einschätzen, wann diese Arbeiten abgeschlossen sein werden“, teilte Engemann mit. Eine Sicherheitslücke sei aber zu keinem Zeitpunkt entstanden, betonte der Sprecher. Betroffen von der Panne war nicht nur die Polizei, sondern auch andere Landeseinrichtungen, beispielsweise Bibliotheken. Dort waren die Auswirkungen allerdings längst nicht so weitreichend.

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Das Vorgangsbearbeitungssystem „Nivadis“ bereitet den Beamten immer wieder Probleme. Im Dezember 2008 war das Programm zuletzt abgestürzt. Ein Datenbankfehler hatte die Computerpanne verursacht. Der Landesrechnungshof hatte damals die im Jahr 2003 angeschaffte Software als problematisch eingestuft und in seinem Jahresbericht auf Mängel hingewiesen. So falle das Programm oft aus, Daten gingen verloren und der fehlende Virenschutz stelle ein „Sicherheitsrisiko“ dar.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Tobias Morchner